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	<title>Diskussion &#8211; Endlich Wachstum</title>
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	<description>Bildungsmaterialien für eine sozial-ökologische Transformation</description>
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		<title>Beziehungskrise?!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Maló Wawerda]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Feb 2025 10:44:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Teilnehmenden erleben und reflektieren unterschiedliche Möglichkeiten, mit Natur in Beziehung zu sein. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden (TN) &#8230;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>lernen über verschiedene Gesellschaft-Natur-Beziehungen und deren globale Geschichte und soziale und ökologische Auswirkungen.</li>



<li>reflektieren ihr eigenes Verständnis von und ihre Beziehung zu Natur.</li>



<li>diskutieren, wie veränderte (Natur-)Beziehungen zu einer global nachhaltigen und gerechten Gesellschaft beitragen können.</li>
</ul>



<p><strong>Vorbereitung</strong></p>



<p>Die anleitende Person liest die Hintergrundtexte und macht sich mit dem Thema vertraut. Der erste Text beinhaltet eine kritische Perspektive auf moderne Naturbeziehungen, auf die Trennung zwischen Mensch und „Natur“ sowie auf die Auswirkungen davon. Der zweite Text gibt Hintergrundinformationen zur Übung „Sitzplatz“, die aus der Wildnispädagogik kommt.</p>



<p><strong>Durchführung</strong></p>



<p>1. Einstieg in das Thema (10 Minuten)</p>



<p>Dieser Teil dient der Heranführung der TN an das Thema. Sie werden dafür sensibilisiert, dass der Blick auf und das Verständnis von „Natur“ immer gesellschaftlich geprägt ist.</p>



<p>Die TN gehen zu zweit zusammen. Die anleitende Person erklärt den Ablauf der Übung. Die anleitende Person liest folgende Satzanfänge vor, welche die TN vervollständigen sollen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Natur bedeutet für mich &#8230;</li>



<li>Natur begegnet mir in meinem Alltag in …</li>



<li>Eine Erinnerung, in der ich mich mit Natur verbunden/als ein Teil von Natur gefühlt habe, ist &#8230;</li>
</ul>



<p>Die TN sollen dabei nicht zu viel nachdenken, sondern möglichst das sagen, was ihnen in dem Moment in den Sinn kommt. Pro Satzanfang haben sie eine Minute Zeit zu sprechen. Die jeweiligen Teams sprechen sich kurz ab, wer zuerst die Sätze vervollständigt und wer zuerst zuhört. Nach dem gesamten Durchlauf der Satzanfänge wird gewechselt. Die anleitende Person liest die Satzanfänge nochmal vor und lässt eine Minute Zeit zum Vervollständigen. Die Person, die vorher gesprochen hat, hört jetzt zu und die andere Person spricht und vervollständigt die Sätze.</p>



<p>2. Assoziationen Natur (10 Minuten)</p>



<p>Danach kommen alle in der Großgruppe zusammen. Die anleitende Person schreibt auf ein Flipchartpapier „Was ist Natur?“. Gemeinsam werden Gedanken und Assoziationen der TN zu „Natur“ gesammelt und von der anleitenden Person auf dem Flipchart festgehalten. Die TN können dabei Bezug auf ihre Gespräche zu zweit nehmen. Sie können aber auch weitere Gedanken teilen. Einzelne Aussagen werden an dieser Stelle nicht von der anleitenden Person oder von den anderen TN bewertet.</p>



<p>Wenn alle Assoziationen aufgeschrieben wurden, können die TN teilen, was ihnen auffällt, was sie interessant finden oder was sie gerade beschäftigt. Wenn nicht bereits von den TN gesagt, kann die anleitende Person noch einmal darauf hinweisen, dass der Blick auf und das Verständnis von „Natur“ gesellschaftlich geprägt ist, variieren kann und veränderbar ist.</p>



<p>3. Aufstellung zu Naturbeziehungen (15 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person schreibt zwei unterschiedliche Aussagen zu Naturbeziehungen auf jeweils ein DIN-A4-Blatt oder größer:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Wir sind getrennt von der Natur und getrennt voneinander. Die Natur ist etwas, das wir erobern, kontrollieren, besiegen und zu unserem eigenen Wohlbefinden und Schutz ausbeuten können und müssen.</li>



<li>Wir sind eng miteinander und mit allem Leben verbunden. Wenn der Ozean stirbt, sterben wir. Wenn die Natur stirbt, sterben auch wir. Um uns selbst zu lieben, müssen wir die Natur lieben. Um uns selbst zu schützen, müssen wir die Natur schützen.</li>
</ol>



<p>Alternativ können die Aussagen auch schon vorher auf Papier ausgedruckt werden. Die zwei Aussagen werden nacheinander laut vorgelesen. Die TN werden dazu eingeladen, kurz innezuhalten und wahrzunehmen, wie diese beiden Aussagen bei ihnen ankommen. Gibt es bestimmte Körperwahrnehmungen, Gefühle oder Gedanken, die beim Hören der Aussagen aufkommen?</p>



<p>Anschließend werden die beiden Aussagen an gegenüberliegende Enden des Raumes gelegt. Dazwischen wird eine imaginäre Linie durch den Raum gezogen, die das breite Spektrum zwischen den beiden Aussagen abbildet. Die TN nehmen, je nach persönlicher Einschätzung, zu welcher der beiden Aussagen es sie (eher) hinzieht, ihre Position auf der Linie ein. Die Linie ist dabei als stufenloses Barometer zu verstehen: Es stehen also nicht nur die beiden Aussagen, sondern auch jede denkbare Position dazwischen zur Auswahl. Während der Übung sollten die TN nicht miteinander sprechen, sondern versuchen, bei sich zu bleiben und sich auf die eigene Position zu konzentrieren. Sobald sich alle hingestellt haben, können sich die TN kurz mit ihren Nachbar*innen darüber austauschen, warum sie stehen, wo sie stehen. Danach können einzelne Stimmen (am besten aus verschiedenen Bereichen der Linie) von allen gehört werden.</p>



<p>Die anleitende Person erklärt, dass die Aussagen zwei unterschiedliche Verständnisse von Naturbeziehungen darstellen, und erzählt ein bisschen mehr zu deren Hintergründen (siehe Hintergrundtext).</p>



<p>4. Erfahrungsübung „Sitzplatz“ (40 Minuten)</p>



<p>Für kürzere Alternativen (ab 15 Minuten) siehe Varianten.</p>



<p>Zunächst wird den TN erklärt, wie die Übung abläuft und worauf sie dabei achten können (siehe Arbeitsmaterial). Der Weg zum Sitzplatz wird bereits schweigend zurückgelegt.</p>



<p>Die anleitende Person fordert die TN auf, sich von einem gemeinsamen Ausgangspunkt im Wald/Park zu verteilen und sich einen eigenen Sitzplatz auszuwählen. Es ist wichtig, die TN darüber zu informieren, wie und auf welches Zeichen hin sich alle wieder am Ausgangspunkt einfinden. Vereinbart dafür einen Ruf für das Ende der Übung, den alle in die vier Himmelsrichtungen wiederholen, sobald sie ihn hören. Den Rückweg zum Seminarort gehen die TN zu zweit und tauschen sich über ihre Erfahrungen während der Übung aus. Folgende Fragen können dabei unterstützen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie ging es dir während der Übung?</li>



<li>Gibt es eine Wahrnehmung aus der Übung, die du teilen möchtest?</li>



<li>Was nimmst du aus dieser Übung mit?</li>
</ul>



<p>5. Auswertung (15 Minuten)</p>



<p>Zurück am Seminarort kommen alle in der Großgruppe zusammen. Die TN werden eingeladen, ihre Erfahrungen aus der Übung zu teilen. Das kann im Popcorn-Prinzip erfolgen. Diejenigen TN, die möchten, teilen einen Aspekt ihrer Erfahrungen mit der Gruppe. Die anleitende Person kann das Gespräch mit Fragen leiten. Hier eine Auswahl an möglichen Fragen, an denen sich die anleitende Person orientieren kann:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie ging es euch während der Übung? Was möchtet ihr mit der Gruppe teilen?</li>



<li>Wenn ihr an die Aufstellung zu den Aussagen zurückdenkt, wie blickt ihr jetzt nach der Übung darauf? Hat sich etwas verändert?</li>



<li>Inwiefern hat euch die Methode geholfen, den eigenen Blick auf „Natur“ besser zu verstehen?</li>



<li>Inwiefern soll sich die menschliche Beziehung zur Natur verändern, damit die Gesellschaft global gerechter und nachhaltiger wird?</li>



<li>Was können wir zu einer Veränderung der Naturbeziehung beitragen? Wie können wir uns dafür einsetzen?</li>
</ul>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>a) Biografiearbeit zur eigenen Naturbeziehung (25 Minuten)</p>



<p>Durchführung nach 1. statt 2. Das Thema Naturbeziehung kann nach den Einstiegsfragen zu zweit mit einer Biografiearbeit noch stärker eingebettet werden. In der Biografiearbeit reflektieren die TN, wie ihr Leben durch Beziehungen zur „Natur“ bestimmt war oder ist. Sie zeichnen Körperumrisse (Silhouetten) und befüllen diese mit Worten oder Bildern, indem sie sich mit einer Auswahl der folgenden Fragen beschäftigen: „Welches Verständnis von Natur wurde dir als Kind vermittelt? Hast du konkrete Erinnerungen daran? Wie hast du dich als Kind draußen gefühlt? Mit wem warst du draußen unterwegs? Welches Verständnis von Natur wurde dir in der Schule vermittelt?“ In Kleingruppen à 3-4 Personen stellen sich die TN gegenseitig ihre Silhouetten vor. Danach geht es weiter mit 3.</p>



<p>b) Varianten zur Sitzplatzübung</p>



<p>Falls wenig Zeit oder kein geeigneter Ort für die Sitzplatzübung vorhanden ist, können folgende alternative Wahrnehmungsübungen durchgeführt werden:</p>



<p>1. Gehmeditation (siehe Arbeitsmaterial zum Download) (15-30 Minuten)</p>



<p>2. Achtsamkeitsübung (siehe Methode „Mehr Sein als Haben“) (20-30 Minuten)</p>



<p>3. Meditation (siehe Methode „Ich fühl’s (nicht)“ – Arbeitsmaterial zum Download) (10-15 Minuten)</p>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Es ist wichtig, die TN für den Inhalt zu sensibilisieren. Bei Naturbeherrschung handelt es sich um eine gewaltsame Erzählung, die starke negative Auswirkung für viele Menschen hatte und immer noch hat – insbesondere für diejenigen, die direkt von Kolonialismus betroffen sind. Die anleitende Person sollte in dieser Methode darauf achten, dass alle Erfahrungen der TN geteilt werden können und dabei nicht als falsch, richtig, gut oder schlecht bewertet werden. Dafür braucht es einen vertrauensvollen und möglichst sicheren Raum, der sensibel für Diskriminierung und Vorurteile ist.</p>



<p>Es ist nicht Ziel der Sitzplatzübung, dass lediglich Trennung oder Verbundenheit zwischen Menschen und „Natur“ erfahren werden. Vielmehr sind alle Gedanken, Gefühle und Fragen, die auf dem Sitzplatz entstehen, legitim.</p>



<p><strong>Quellen und Weiterführendes</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Andreotti, V. et al. (2020): Gesturing Towards Decolonial Futures: Reflections on Our Learnings Thus Far. Nordic Journal of Comparative and International Education, 4(1), 43-65.</li>



<li>Braidotti, R. (2014): Posthumanismus. Leben jenseits des Menschen. Frankfurt am Main, Campus.</li>



<li>Br Pháp Hữu &amp; Confino, J. (n.d.): The Way Out is In. Plum Village Podcast. <a href="https://plumvillage.org/podcasts/the-way-out-is-in">https://plumvillage.org/podcasts/the-way-out-is-in</a></li>



<li>brown, a. m. (2017): Emergent Strategy. Shaping Change, Changing Worlds. AK Press.</li>



<li>Machado de Oliveira, V. (2021): Hospicing Modernity: Facing Humanity’s Wrongs and the Implications for Social Activism. Berkeley, North Atlantic Books.</li>



<li>Descola, P. (2011): Jenseits von Kultur und Natur. Frankfurt am Main, Suhrkamp.</li>



<li>Görg, C. (1999): Gesellschaftliche Naturverhältnisse (Einstiege; Bd. 7). Westfälisches Dampfboot.</li>



<li>Hemphill, P. (2024): What it Takes to Heal? How Transforming Ourselves Can Change the World. Random House.</li>



<li>I.L.A. Kollektiv (2019): Das Gute Leben für alle. Wege in die solidarische Lebensweise. Oekom Verlag.</li>



<li>Kimmerer, R. W. (2024): Geflochtenes Süßgras. Die Weisheit der Pflanzen. Aufbau-Verlag.</li>



<li>Stories for Life (2023): https://stories.life/</li>



<li>ulex project (n.d.): <a href="https://ulexproject.org/">https://ulexproject.org/</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Globale Gerechtigkeit!</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/globale-gerechtigkeit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nora Peulen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Feb 2025 08:24:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein Raum für Diskussionen und kritische Reflexion, um das Bewusstsein für globale Machtdynamiken zu schärfen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden (TN)…</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>erkennen globale Gerechtigkeit als ein breites und komplexes Thema, mit dem viele Aspekte und Fragen verbunden sind.</li>



<li>erkennen und reflektieren machtkritisch Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Globalen Südens und Globalen Nordens.</li>



<li>informieren sich über Forderungen/Ansätze für politische Maßnahmen zur Stärkung globaler Gerechtigkeit.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Hintergrund</p>



<p>Zuerst wird der kurze Animationsfilm „Globale Gerechtigkeit!” gezeigt. Darauf folgt ein Raum für Diskussion und Reflexion, um Machtgefälle zwischen dem Globalen Süden und dem Globalen Norden anzuerkennen. Dies passiert durch die Analyse verschiedener Szenen des Animation Kurzfilm.</p>



<p>Die anleitende Person sollte sich in die Themen Definitionen von Globalem Süden und Globalem Norden, Kolonialismus und Extraktivismus einlesen. Globale Gerechtigkeit und soziale Ungleichheit sind Schlüsselwörter für diese Methode. Die anleitende Person sollte daher die Hintergrunddokumente gut durchlesen und sie als Leitfaden für die Durchführung der Methode benutzen. Die Hintergrunddokumente beinhalten einen Hintergrundtext für den Animation Kurzfilm und das Glossar „Wörter des Globales Lernens“.</p>



<p>Kritisches Denken in der Bildungsarbeit lädt die TN ein, eigene Analysekriterien zu entwickeln. Es ist wichtig, den TN zuzuhören, was sie zu den Themen sagen, und den TN einen Raum zu eröffnen, ihre eigenen Ideen, Vorschläge oder Lösungen zu entwickeln.</p>



<p>Alle vorgestellten Konzepte haben einen theoretischen und bewegungstheoretischen Hintergrund. Die Methode soll einen Raum für die Entwicklung von Lösungen eröffnen. Für die Rolle der anleitenden Person ist es wichtig, den TN zuzuhören, um herauszufinden, ob sie die Bedeutung der Konzepte verstehen und ob sie ihr eigenes Wissen oder ihre eigenen Erfahrungen nachvollziehen können.</p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Der Raum muss ausreichend groß sein, um das Video gemeinsam als Gruppe mit Projektor und Lautsprechern anzusehen.</p>



<p>Für die Arbeit in Kleingruppen ist es hilfreich, die  Bildschirmfotos Szenen auszudrucken. Jedes Bild repräsentiert ein Konzept: <br>    • „<em>Globaler Norden und Globaler Süden“ </em><br>    • „<em>Imperiale Lebensweise“</em><br>    • „<em>Solidarische Lebensweise“</em><br>    • „<em>Rassismus“</em><br>    • „<em>Globale Gerechtigkeit“</em><br>Zu jedem  Bildschirmfotos Szenen kann der Konzepttitel hinzugefügt werden.</p>



<p><strong>Durchführung</strong></p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Video „Globale Gerechtigkeit!“ (5 Minuten)<br>Das Video wird gemeinsam angeschaut. Bevor die Projektion beginnt, kann die anleitende Person einige Ratschläge zum Inhalt geben.<br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=OfWCnURCzDw">https://www.youtube.com/watch?v=OfWCnURCzDw</a></li>



<li>Visuelle Analyse (15 Minuten)<br>Die gesamte Gruppe wird in 5 Kleingruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhält ein Bildschirmfotos Szenen und den Titel der Szene, die es beschreibt:<br>• Szene 1, Titel: <em>„Globaler Norden und Globaler Süden“</em><br>• Szene 2, Titel: <em>„Imperiale Lebensweise“</em><br>• Szene 3, Titel: <em>„Solidarische Lebensweise“</em><br>• Szene 4, Titel: <em>„Rassismus“</em><br>• Szene 5, Titel: <em>„Globale Gerechtigkeit“</em><br>Jede Gruppe sollte die folgenden Fragen basierend auf dem, was die TN auf dem Bild sehen, beantworten:<br>• Welche Emotionen löst die Kombination aller Elemente der Szene in dir aus?<br>• Welche Charaktere sind an der Szene beteiligt?<br>• Beschreibe kurz die Funktion der verschiedenen Charaktere in der Szene.<br>• Wie ist die allgemeine Stimmung in der Szene?</li>



<li>Gruppendiskussion und Bewertung (15 Minuten)<br>Die TN kommen wieder in der großen Gruppe zusammen und bekommen nun die Chance, über ihren Austausch in den Kleingruppen zu sprechen.<br>Anschließend besteht die Möglichkeit, folgende Fragen in die Gruppendiskussion einzubringen:<br>• Welche Maßnahmen wären notwendig, um globale Gerechtigkeit zu erreichen?<br>• Was wäre ein Beispiel für ein Gutes Leben für alle?</li>



<li>Abschluss (5 Minuten)<br>Zum Abschluss fordert die anleitende Person alle auf, aufzustehen, gemeinsam aufzuspringen und die Körper und Gliedmaßen auszuschütteln, alles zu schütteln!</li>
</ol>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Die anleitende Person sollte für Themen der sozialen Ungerechtigkeit sensibilisiert sein, sodass sie Hintergrundinformationen und Kontext für die behandelten Konzepte liefern und auch Beispiele nennen kann. Es ist wichtig, einen diskriminierungsfreien Raum zu schaffen.</p>



<p><strong>Durchführung digital</strong></p>



<p>Das Animation Kurzfilm wird online mit allen TN angeschaut. Die Bildschirmfotos Szenen werden digital geteilt. Es braucht eine Online-Plattform, in der es möglich ist, die Gruppe in Breakout-Räume aufzuteilen.</p>



<p><strong>Arbeitsmaterial zum Download</strong></p>



<p>    •  Bildschirmfotos Szenen um Ausdrucken<br>    • Hintergrundtext für anleitende Personen<br>    • PDF-Glossar (28 Seiten): Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. (Hrsg.) (2022): Wörter des Globalen Lernens.<br><a href="https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/materialien/publikationen/">https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/materialien/publikationen/</a></p>



<p><strong>Quellenangaben</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ariza, S. (Regisseurin) (2024): Globale Gerechtigkeit!! [Videoanimation]. Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OfWCnURCzDw">https://www.youtube.com/watch?v=OfWCnURCzDw</a> (11.02.2025)</li>



<li>Kooperationsprojekt „Gemeinsam.Gerecht.Global – Sorgen, Lernen und Handeln in postmigrantischen Allianzen“. <em>„Words of Global Learning“.</em> Konzeptwerk Neue Ökonomie. Leipzig, 2022. <a href="https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/materialien/publikationen/">https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/materialien/publikationen/</a></li>



<li>Read write think, 2005. <em>“Scene Analysis framework”.</em> International Reading Association. <a href="https://www.readwritethink.org/sites/default/files/resources/lesson_images/lesson863/analysis.pdf">https://www.readwritethink.org/sites/default/files/resources/lesson_images/lesson863/analysis.pdf</a></li>
</ul>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Autobahn im Kopf</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/autobahn-im-kopf/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nora Peulen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2025 08:28:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In dieser Methode setzen sich TN mit eigenen verinnerlichten Glaubenssätzen auseinander.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden (TN)…</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>finden einen Zugang zu gesellschaftlichen Glaubenssätzen und Dualismen über ihre eigenen und über die Erfahrungen der Gruppe.</li>



<li>reflektieren die Rolle von Glaubenssätzen und Dualismen im Zusammenhang einer sozial-ökologischen Transformation und globaler Gerechtigkeit.</li>



<li>reflektieren Glaubenssätze und Dualismen als geprägt von Machtverhältnissen und ihre eigenen Verstrickungen darin.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Hintergrund</p>



<p>Im Zentrum dieser Methode stehen Glaubenssätze und Dualismen. Es empfiehlt sich, sich vorher die Definition von Glaubenssätzen und den Hintergrundtext zu Dualismen (siehe Arbeitsmaterial zum Download) anzuschauen und ggf. weitere Quellen und Weiterführendes (siehe weiter unten oder im jeweiligen Dokument). In der Methode „Beziehungskrise?! Eine Erfahrungsübung zu Mensch-Natur-Beziehungen“ gibt es weitere relevante Hintergründe.</p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Die anleitende Person druckt die Begriffspaare aus und verteilt sie im Raum. Dabei ist es wichtig, zu beachten, nur so viele Begriffe, wie es TN gibt, und nur vollständige Begriffspaare auszudrucken. Je nach TN-Anzahl können Begriffe auch zwei- oder mehrfach ausgedruckt werden. Zudem ist es hilfreich, die Reflexionsfragen zu visualisieren. Siehe auch „Tipps und Hinweise für Anleitende“.</p>



<p>Durchführung</p>



<p>1. Einführung in die Methode (5 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person erklärt grob den Verlauf der Methode. Die TN suchen sich jeweils einen Begriff aus.</p>



<p>2. Assoziationsübung zu einem Begriff (5-10 Minuten)</p>



<p>Nun legen die TN ihren Begriff jeweils in die Mitte eines DIN-A3-Blattes und füllen das Blatt mit Assoziationen rund um den Begriff. Die anleitende Person betont, dass hier alles festgehalten werden soll (in Schrift oder Bild), was den Menschen jeweils in den Sinn kommt. Dazu gehören Worte, Gefühle, Farben oder Bilder. Die TN sollen versuchen, den Stift möglichst nicht abzusetzen.</p>



<p>3. Erster Austausch zu zweit oder in Kleingruppen (20-25 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person erklärt grob den Ablauf der Kleingruppenphase. Bevor die TN sich in Kleingruppen zusammenfinden, werden die Reflexionsfragen (siehe unten) laut vorgelesen und sichtbar gemacht.</p>



<p>Nun suchen sich die TN jeweils die Person, die den anderen Teil des Begriffspaars hat, und kommen zu den Reflexionsfragen ins Gespräch. So bilden sich Kleingruppen von zwei oder mehr Personen, je nachdem, wie oft jeder Begriff ausgedruckt wurde. Dabei sollten die Kleingruppen jeweils maximal aus 4&nbsp;TN bestehen und bei Bedarf unterteilt werden.</p>



<p>Folgende Fragen dienen als Leitfragen für den Austausch in der Kleingruppe:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie kamen die Assoziationen zustande?</li>



<li>Wenn ich den Begriff mit den Assoziationen angucke, was fühle ich dabei?</li>



<li>In welcher Beziehung stehen die zwei Begriffe?</li>



<li>Wie bewertet ihr die Begriffe?</li>
</ul>



<p>Nach ca. 10 Minuten tauschen die Personen ihre Begriffe innerhalb eines Begriffspaars aus und legen den jeweils anderen Begriff anstelle ihres Begriffs auf ihr DIN-A3-Blatt mit den Assoziationen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was löst die Veränderung bei euch aus? Welche Gedanken oder Emotionen kommen dabei hoch?</li>
</ul>



<p>5. Zweiter Austausch zu zweit/in Kleingruppen zu Glaubenssätzen (20 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person erklärt den Begriff „Glaubenssätze“ (siehe Material zum Download). Gerne kann die Definition auch gut sichtbar im Raum aufgehängt werden.</p>



<p>In die Gruppen werden die Fragen gegeben: Gibt es Glaubenssätze, die ihr in der Assoziationsübung wiedererkennt? Fallen euch Beispiele oder Erinnerungen dazu aus eurem Leben ein?</p>



<p>Die TN können dazu in der Kleingruppe zwei Glaubenssätze aufschreiben. Anschließend kommen sie ins Gespräch darüber. Folgende Fragen können dabei als Leitfragen dienen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Woher kenne ich den Glaubenssatz?</li>



<li>Welche Auswirkungen hat der Glaubenssatz auf unsere Gesellschaft?</li>



<li>Wie könnte der Glaubenssatz so verändert werden, dass er zu einer nachhaltigen, gerechten Gesellschaft beiträgt? Formuliert den Glaubenssatz um.</li>
</ul>



<p>5. Kurzer Input zu Dualismen (5-10 Minuten)</p>



<p>Alle treffen sich wieder in der Großgruppe. Die anleitende Person erläutert, dass den Begriffspaaren, die innerhalb der Gruppe gebildet wurden, die Denkweise der Dualismen zugrunde liegt, und gibt einen kurzen Input dazu (siehe Hintergrundtext zu Dualismen zum Download).</p>



<p>6. Auswertung in der Großgruppe (15-20 Minuten)</p>



<p>Abschließend können in der Großgruppe Einblicke aus den Gesprächen in den Kleingruppen oder offene Fragen geteilt werden. Weitere Reflexionsfragen für die Diskussion:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie können wir aufmerksamer für Dualismen in unserer Umgebung werden? Wie finden wir einen guten Umgang damit?</li>



<li>Welche Bedeutung haben Dualismen für gesellschaftliche Veränderung? Gibt es Glaubenssätze, die einer sozial-ökologischen Transformation im Weg stehen?</li>



<li>Was können wir uns konkret vornehmen, um in der Gesellschaft unsichtbare, aber wirkmächtige Dualismen und Glaubenssätze sichtbar zu machen und aktiv aufzubrechen?</li>
</ul>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Beschäftigung mit Glaubenssätzen hat das Potenzial, starke Gefühle bei Menschen auszulösen. Hier kann es helfen, dies direkt zu Anfang transparent zu machen und Teilnehmende darin zu bestärken, für sich selbst zu schauen, mit welchem Begriff sie sich gerade (nicht) auseinandersetzen und wie tief sie in die Diskussion gehen möchten.</li>



<li>Die Methode bewegt sich in einem Spannungsfeld. Einerseits soll sie die Problematik des dualistischen Weltverständnisses und die Machtverhältnisse, die dahinterliegen, aufzeigen und sie kritisieren. Gleichzeitig soll sie die Themen so behandeln, dass sie nicht zur Stärkung ebendieser Machtverhältnisse führt. Bewusst haben wir die Dualismen „Mann/Frau“ sowie „Schwarz/<em>weiß</em>“ ausgelassen, um eine Reproduktion von Diskriminierung in den Bereichen Gender und Rassismus zu vermeiden.</li>
</ul>



<p><a></a> <strong>Quellen und Weiterführendes</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Andreotti, V. et al. (2020): Gesturing Towards Decolonial Futures: Reflections on Our Learnings Thus Far. Nordic Journal of Comparative and International Education, 4(1), S. 43-65.</li>



<li>Kimmerer, R. W. (2013): Braiding Sweetgrass. Indigenous Wisdom, Scientific Knowledge and the Teachings of Plants. Minneapolis, Milkweed Editions.</li>



<li>de Oliviera, V. M. (2021): Hospicing Modernity. Facing Humanity&#8217;s Wrongs and the Implications for Social Activism. Berkeley, North Atlantic Books.</li>



<li>Roig, E. (2021): Why We Matter. Das Ende der Unterdrückung. Berlin, Aufbau-Verlag.</li>



<li>Roig, E. (2024): Lieben. Hanser Berlin LEBEN.</li>



<li>Said, E. W. (1978): Orientalism. New York, Pantheon Books.</li>



<li>Welzer, H. (2013): Mentale Infrastrukturen. Wie das Wachstum in die Welt und in die Seelen kam. Berlin, Heinrich-Böll-Stiftung. <a href="http://www.boell.de/sites/default/files/Endf_Mentale_Infrastrukturen.pdf">www.boell.de/sites/default/files/Endf_Mentale_Infrastrukturen.pdf</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Was kommt nach dem Wachstum?</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/was-kommt-nach-dem-wachstum/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Maló Wawerda]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jan 2025 14:34:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Lernziele Die Teilnehmenden (TN)… Ablauf Vorbereitung Die anleitende Person liest die Texte im Arbeitsmaterial zum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden (TN)…</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>lernen verschiedene Perspektiven und Ideen kennen, wie ein globales Wirtschaftssystem jenseits von Wachstum aussehen kann.</li>



<li>eignen sich neues Wissen über alternative Wirtschaftsweisen an und teilen dieses mit anderen TN.</li>



<li>machen Erfahrungen einer dialogischen Gesprächskultur, in der es nicht um ein Gegeneinander oder die eine perfekte Lösung geht, sondern darum, verschiedene Perspektiven und Handlungswege anzuerkennen und wertzuschätzen.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Die anleitende Person liest die Texte im Arbeitsmaterial zum Download ausführlich und bereitet sich auf die Rolle der Talkshow-Moderation vor.</p>



<p>Durchführung</p>



<p>1. Einleitung (5 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person kommuniziert, dass es nun um Ideen und Konzepte zu Wirtschaft jenseits von Wachstum geht. Sie erklärt den Ablauf der Methode und stellt kurz die drei Texte mit den Interviews vor.</p>



<p>2. Kleingruppenphase (30-40 Minuten)</p>



<p>Die TN werden nun in drei gleichgroße Gruppen eingeteilt. Dafür werden an drei unterschiedliche Plätze im Raum je eine Moderationskarte mit dem Thema „Degrowth“, „Klimagerechtigkeit“ und „Donut-Ökonomie“ und die jeweiligen Texte dazu gelegt. Eine Gruppe arbeitet mit dem Interview „Gemeinsam könnten Grüne und Sozialisten das Klima retten“ mit Kohei Saito zum Thema Degrowth. Die zweite Gruppe liest das Interview „Ich wünsche mir radikale demokratische Lösungen“ mit Imeh Ituen zum Thema Klimagerechtigkeit. Die dritte Gruppe erhält das Interview „Kein System wächst endlos“ mit Kate Raworth zum Thema Donut-Ökonomie.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Degrowth (Interview mit Kohei Saito)</li>



<li>Klimagerechtigkeit (Interview mit Imeh Ituen)</li>



<li>Donut-Ökonmie (Interview mit Kate Raworth)</li>
</ul>



<p>Die TN können sich bei dem Thema platzieren, das sie am meisten interessiert. Wenn die Gruppen ungleich groß sind, fragt die anleitende Person, wer sich vorstellen kann, die Gruppe zu wechseln.</p>



<p>Sobald sich die drei Gruppen gefunden haben, haben sie nun Zeit, das Interview zu lesen und innerhalb der Gruppe zu besprechen. Nach dem Lesen klären die TN Verständnisfragen innerhalb der Kleingruppe. Die anleitende Person kann herumgehen und unterstützen, wenn nötig. Anschließend werden die Hauptargumente des jeweiligen Texts zusammen herausgearbeitet, die anschließend in das Gespräch eingebracht werden sollen. Das geschieht mithilfe der Methode „Ja, und …“.</p>



<p>Die Methode „Ja, und …“</p>



<p>Die TN in den Kleingruppen beginnen alle ihre Sätze mit „Ja, und …“. Eine Person startet mit einer Aussage/einem Argument aus dem Interview, z.&nbsp;B.: „Imeh Ituen sagt, dass …“. Danach ergänzt die nächste Person mit „Ja, und außerdem betont sie, dass …“. Dies hilft den TN dabei, die zentralen Aussagen der Interviews herauszuarbeiten und zu sammeln und sich (noch) nicht in Diskussionen zu verstricken. Zentrale Aussagen können mit Stichpunkten auf Moderationskarten notiert werden. Die TN können zusätzlich weitere eigene Argumente und Anliegen, welche die Argumente der Interviews ergänzen, für ihren Gesprächsbeitrag entwickeln. Jede Gruppe sollte die Position des*der Interviewpartner*in für ein prägnantes Eingangsstatement zusammenfassen, das dann als Auftakt für das darauffolgende Gespräch in der Talkshow dient.</p>



<p>3. Kurze Einführung in das Talkshow-Setting (5 Minuten)</p>



<p>Zur Talkshow wurden Vertreter*innen verschiedener Ansätze alternativer Wirtschaftsweisen eingeladen. Diese diskutieren dort die Frage „Was kommt nach dem Wachstum?“</p>



<p>Für jede Gruppe und für die Moderation ist jeweils ein Stuhl aufgestellt, die anderen TN sitzen gegenüber im Publikum. Angelehnt an die Fishbowl-Methode sollen möglichst viele TN in der Gesprächsphase zu Wort kommen. Daher bestimmt jede Gruppe zunächst eine Person, die in der Talkshow startet. Die Mitglieder der eigenen Gruppe können die Vertreter*innen durch ein Klatschsignal oder durch Aufstehen und In-Richtung-Stühle-Gehen auffordern, die Position zu tauschen, und somit das Gespräch selbst fortführen. Die Vertreter*innen können ebenfalls von sich aus aufstehen und den Stuhl freimachen für eine neue Person der Gruppe.</p>



<p>Die anleitende Person übernimmt die Rolle der Talkshow-Moderation. Sie weist darauf hin, dass es – anders als im klassischen Talkshow-Setting – nicht darum geht, möglichst viel zu Wort zu kommen und die eigene Position zu verteidigen, oder darum, mit den „besseren“ Argumenten zu gewinnen und die anderen zu übertrumpfen. Es geht vielmehr darum, dass die Vertreter*innen möglichst ihre Perspektive beitragen, die der anderen anhören und im besten Fall aufeinander eingehen und sich gegenseitig ergänzen können. Außerdem betont die anleitende Person, dass die TN zwar die inhaltlichen Positionen und zentralen Argumente aus den Interviews vertreten, sowie die weiteren in der Kleingruppe gesammelten Beiträge. Sie verkörpern jedoch nicht die interviewten Personen als solche und sprechen nicht aus deren Position und Erfahrung heraus.</p>



<p>4. Talkshow „Was kommt nach dem Wachstum?“ (15-20 Minuten)</p>



<p>Zur Einstimmung kann hier von der Moderation zunächst eine kleine Begrüßungsrede für die Zuschauer*innen gehalten werden, die die zentralen Themen und Fragen umreißt und einen leichten Einstieg für die Talkshow-Gäste bietet: „Vieles deutet darauf hin: Wir brauchen eine Wirtschaft und Gesellschaft, die nicht auf Wachstum ausgerichtet ist. Aber wie kann diese und der Weg dahin aussehen? Um diese Fragen zu besprechen, haben wir Gäste eingeladen, die uns verschiedene Perspektiven auf eine Wirtschaft jenseits von Wachstum näherbringen werden. Herzlich willkommen!“</p>



<p>Die Gesprächsparteien beginnen nun mit ihrem Einstiegsstatement und werden anschließend gebeten, auf das Statement der jeweils anderen einzugehen.</p>



<p>Mögliche Fragen für die Moderation:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>„Sie sitzen hier alle, um über Wirtschaft jenseits von Wachstum zu sprechen. Aber wieso brauchen wir eine solche Wirtschaft überhaupt? Was ist das Problem mit dem aktuellen Wirtschaftssystem?“</li>



<li>„Sie als Vertreter*in von Degrowth/Donut-Ökonomie/Klimagerechtigkeit: Wie stehen Sie dazu? Was muss aus Ihrer Perspektive noch beachtet werden?“</li>



<li>„Das klingt alles nach schönen Vorstellungen. Aber wie kommen wir denn dahin? Und wer kann dazu beitragen?“</li>
</ul>



<p>Die Talkshow endet nach 15-20 Minuten mit einem knappen Abschlussstatement der Vertreter*innen und wird durch eine kurze Zusammenfassung und mit einem Dank an alle Beteiligten durch die Moderation geschlossen.</p>



<p>5. Auswertung (10-15 Minuten)</p>



<p>Anschließend an die Talkshow, in der die TN eine bestimmte Perspektive vertreten haben, die nicht unbedingt ihre eigene war, geht es nun um die eigene Haltung. Dazu kann mit folgenden Fragen gearbeitet werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie habt ihr das Gespräch erlebt? Wie ging es euch beim Sprechen und beim Zuhören?</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie habt ihr euch dabei gefühlt, eine bestimmte Position zu vertreten, die vielleicht nicht eure eigene ist?</li>



<li>Inwiefern tragen die Ansätze zu globaler Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit bei? Welche Ansätze fandet ihr besonders überzeugend?</li>



<li>Was ist eure persönliche Meinung zur Frage, warum es eine Wirtschaft jenseits von Wachstum braucht?</li>



<li>Welche Schritte könnt ihr selbst gehen, um zu einer Wirtschaft jenseits von Wachstum beizutragen?</li>
</ul>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>Statt einer Talkshow können niedrigschwelligere Formate für das Gespräch zu den unterschiedlichen Perspektiven auf alternative Wirtschaftsweisen gewählt werden. (ab 3.)</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Fishbowl: Für jede Gruppe und für die Moderation ist jeweils ein Stuhl in der Mitte des Raumes aufgestellt, die anderen TN setzen sich hinter den Platz ihre*r Redner*in. Dies nimmt den „Bühnencharakter“ der Talkshow und kann es TN erleichtern, am Gespräch teilzunehmen. Wichtig ist, dass die Moderation trotzdem präsent ist und Fragen stellt.</li>



<li>Gruppenpuzzle: Nach der Textarbeit in den Kleingruppen werden die Kleingruppen neu gemischt, sodass jedes Thema zweimal in jeder neuen Kleingruppe à sechs Personen vertreten ist. (Wenn es nicht genau aufgeht mit der Gruppengröße, können einzelne Perspektiven auch nur einfach vertreten sein.) In den neuen Kleingruppen geben nun alle den anderen TN einen kurzen Einblick in den Text, mit dem sie sich beschäftigt haben. Dabei geht es darum, die wichtigsten Informationen aus ihrem Text und das Gespräch in der vorherigen Kleingruppe kurz zusammenzufassen. Darauf aufbauend tauschen sich die TN zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden bei ihren Beispielen aus. Diese Methode stellt sicher, dass alle zu Wort kommen und wiedergeben können, was sie in den Texten gelesen und verstanden haben. Dabei geht jedoch der spielerische Charakter des Talkshow-Settings größtenteils verloren. Außerdem ist es für die anleitende Person herausfordernder, einen Überblick über die Gespräche der Kleingruppen zu haben und ggf. zu unterstützen, wenn es für die TN herausfordernd ist, zentrale Argumente der Texte wiederzugeben.</li>
</ul>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Zur Vorbereitung auf die Methode und insbesondere die Talkshow hilft es, die Interviews im Vorfeld genau zu lesen und evtl. noch weitere inhaltliche Recherche zu betreiben (siehe Quellen und Weiterführendes). So kann die anleitende Person auf mögliche aufkommende Fragen der TN eingehen und ggf. auf weitere Quellen verweisen. Auch das Video &#8222;Am Ende des Wirtschaftswachstums &#8230; wird&#8217;s besser&#8220; von Martin Oetting <a href="https://www.youtube.com/watch?v=hTaE_fjR52I">https://www.youtube.com/watch?v=hTaE_fjR52I</a> kann zur Vorbereitung geschaut werden, oder auch zusammen mit den TN. Wichtig dabei ist, dass es nicht darum geht, dass die anleitende Person Antworten auf alle Fragen hat, aber sich im Thema sicher genug fühlt, um die Methode durchzuführen. Im Interview mit Kohei Saito wird von „Degrowth-Kommunismus“ gesprochen und der Begriff auch kritisch betrachtet. Es kann hilfreich sein, sich als anleitende Person mit Kommunismus als Gesellschaftskonzept und Kritik daran aus verschiedenen Perspektiven auseinanderzusetzen (siehe Quellen und Weiterführendes).</p>



<p>Gespräch statt Diskussion: Es ist hilfreich, immer wieder – und insbesondere vor der Talkshow – darauf hinzuweisen, dass es – anders als im klassischen Talkshow-Setting – nicht darum geht, möglichst viel zu Wort zu kommen und die eigene Position zu verteidigen, oder darum, mit den „besseren“ Argumenten zu gewinnen und die anderen zu übertrumpfen. Es geht vielmehr darum, dass die Vertreter*innen möglichst ihre Perspektive beitragen, die der anderen anhören und im besten Fall aufeinander eingehen und sich gegenseitig ergänzen können. Dadurch können die TN für eine (Gesprächs-)Kultur des Miteinanders sensibilisiert werden, in der Menschen einander zuhören und verschiedene Ideen für eine sozial und ökologisch gerechte Gesellschaft zusammenbringen können. Dabei kann die anleitende Person auch auf die Redeanteile der TN achten: Menschen treten unterschiedlich selbstbewusst auf; häufig hängt das mit der eigenen (geschlechtsspezifischen) Sozialisation zusammen. Auch Stille aushalten zu lernen, wenn gerade niemand einen Beitrag hat, kann Teil einer solchen Gesprächskultur sein.</p>



<p>Komplexität und Abstraktion: Die Interviews sind tatsächliche Interviews, die als solche veröffentlicht wurden. Zum Teil werden komplizierte Begriffe benutzt oder Konzepte erwähnt und nicht immer ausreichend erklärt. Darauf kann die anleitende Person die TN hinweisen, bevor sie die Texte zum Lesen austeilt, und Unterstützung bei Verständnisschwierigkeiten anbieten. Darüber hinaus bieten die Interviews Konzepte und Ideen einer alternativen Wirtschaftsweise an. Sie gehen dabei aber nicht in konkrete und ausdifferenzierte Details über Maßnahmen und Wege dahin. Sie erklären also nicht den „Masterplan“ für eine andere Wirtschaft. Es ist möglich, dass TN einen solchen „Masterplan“ erwarten oder erhoffen und enttäuscht darüber sind, wenn die Interviews nicht konkret genug sind. Die anleitende Person kann im Vorfeld oder dann im Gespräch darauf hinweisen, dass es nicht den einen „Masterplan“ gibt, sondern dass es viele Maßnahmen und Lösungen gibt, die einander ergänzen und bestärken können. Zur Weiterarbeit kann z.B. die Methode „Klimagerechtigkeit jetzt!“ durchgeführt werden, in der es um konkretere Maßnahmen in einzelnen gesellschaftlichen Bereichen geht.</p>



<p>Thematische Erweiterung: Bei Interesse oder Bedarf kann die anleitende Person die drei vorhandenen Perspektiven erweitern und weitere Materialien dazu suchen. Weitere alternative Wirtschaftskonzepte sind z.B. „Care economy“ oder „Commons-/Gemeingüterbasierte Wirtschaft“.</p>



<p><strong>Quellen und Weiterführendes</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Adamczak, B. (2017): Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird. Unrast.</li>



<li>Adamczak, B. (2017): Beziehungsweise Revolution. 1917, 1968 und kommende. Suhrkamp.</li>



<li>Hickel, J. (2021): Less is more. How Degrowth will save the world. Windmill Books.</li>



<li>Ituen, I. &amp; Tatu Hey, L. (2021): Der Elefant im Raum &#8211; Umweltrassismus in Deutschland. Studien, Leerstellen und ihre Relevanz für Klima- und Umweltgerechtigkeit. Heinrich Böll Stiftung. <a href="https://www.boell.de/de/2021/11/26/der-elefant-im-raum-umweltrassismus-deutschland">https://www.boell.de/de/2021/11/26/der-elefant-im-raum-umweltrassismus-deutschland</a></li>



<li>Raworth, K. (2017): Doughnut Economics. Seven ways to think like a 21st-century economist. Random House Business.</li>



<li>Saito, K. (2023): Systemsturz. Der Sieg der Natur über den Kapitalismus. Dtv-Verlag.</li>



<li>Schmelzer, M. &amp; Vetter, A. (2021): Degrowth/Postwachstum zur Einführung. Junius Verlag.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://endlich-wachstum.de/method/was-kommt-nach-dem-wachstum/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Gutes Leben und Degrowth</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/gutes-leben-und-degrowth/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nora Peulen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Dec 2024 13:06:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein Reflexionsraum über globale soziale Ungleichheiten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><br>Ein Reflexionsraum über globale soziale Ungleichheiten.</p>



<p><strong>Arbeitsmaterialien zum Download</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>„Die Cachivera“ Video Link: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=j2iTjIC8Yek">https://www.youtube.com/watch?v=j2iTjIC8Yek</a></li>



<li>Arbeitsmaterial „Degrowth“</li>



<li>Artikel „Das Potenzial von Degrowth und Buen Vivir bei der Bewältigung von Unterentwicklung und Konflikten im Globalen Süden“</li>



<li>Text der Videogeschichte: „La Cachivera“ (Wir stellen dieses Material zur Verfügung, um das Verständnis der narrativen und konzeptionellen Inhalte zu erleichtern.)</li>
</ul>



<p><strong>Lernziele</strong><br>Die TN werden &#8230;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>ein „Gutes Leben“ als ein weites und komplexes Thema mit vielen zusammenhängenden Aspekten und Fragen erkennen.</li>



<li>den Zusammenhang zwischen Fragen des Degrowth und globaler Gerechtigkeit erkennen und ihre eigenen Bedürfnisse und Gerechtigkeitsvorstellungen in diesem Zusammenhang reflektieren.</li>



<li>Handlungsmöglichkeiten und Ansätze zur Demokratisierung von Gesellschaft und Wirtschaft erkennen.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Hintergrund</p>



<p>Durch die Erläuterung der Begriffe „Buen Vivir“ und „Degrowth“ soll mit dieser Methode ein Reflexionsraum geschaffen werden, in dem die TN einige Aspekte der sozialen Ungleichheiten zwischen dem Globalen Süden und dem Globalen Norden aus einer dekolonialen Perspektive betrachten können.</p>



<p>Wir verstehen Degrowth als eine globale Strategie der Dekolonisierung, die besonders für den Globalen Norden relevant ist, aber auch globale Eliten und multinationale Unternehmen betrifft, unabhängig davon, in welchem Land sie ihren Sitz haben. Degrowth verbündet sich mit den Dekolonisierungsbewegungen (des Globalen Südens): Es ist eine Bewegung, die gegen imperialistischen Handel und imperialistische Lebensweisen aus den imperialistischen Zentren kämpft.</p>



<p>Degrowth richtet seine Kritik nicht auf das individuelle Konsumverhalten, sondern auf die in Wirtschaft, Politik und Kultur des Globalen Nordens (und weltweit) tief verankerten Systeme der Wachstumsabhängigkeit und Profitlogik. Die Reduktion der Energie- und Materialeffizienz der Ökonomien des Globalen Nordens und der multinationalen Konzerne ist ökologisch notwendig, weil die planetarischen Grenzen überschritten sind und der Planet für das menschliche Leben, insbesondere für den Lebensstil der Menschen im Globalen Norden, nicht mehr ausreicht.</p>



<p><a></a> In diesem Fall wurde in Zusammenarbeit mit der Vereinigung MIAPS (Mujeres Indígenas de AATICAM protectoras de la selva auf Deutsch Sprache Indigene Frauen aus AATICAM Beschützerin des Regenwaldes) in Mitú, Kolumbien, ein Video zum Konzept des „Buen Vivir“ produziert. Das Video mit dem Titel „La Cachivera (El Raudal)“ zeigt und erklärt den Herkunftsort des indigenen Volkes „Cubeo“. Dieser Ort, inmitten der Gewässer des Flusses Vaupés, wird in der Spiritualität und im kollektiven Gedächtnis dieses Volkes als heiliger Ort betrachtet und ist auch der Ort, an dem ein Teil der Quelle ihrer Ernährungssouveränität durch Bräuche wie die manuelle Fischerei entsteht.</p>



<p>Diese Annäherung an das Konzept des indigenen Territoriums wird es den TN ermöglichen, eines der Grundprinzipien des Konzepts des „Guten Lebens“ zu verstehen, das in der Harmonisierung der Beziehung zwischen Mensch und Natur und somit in der Dekommodifizierung der Natur als materielle Ressource besteht. Dies gilt auch für den Kampf gegen Praktiken wie den Extraktivismus.</p>



<p><strong>Vorbereitung</strong></p>



<p>Zur Vorbereitung der Themen dieser Methode empfehlen wir den anleitenden Personen die Lektüre des folgenden Artikels: „Das Potenzial von Degrowth und Buen Vivir bei der Bewältigung von Unterentwicklung und Konflikten im Globalen Süden“.</p>



<p>Der Text ist als Hintergrundtext in den Arbeitsmaterialien zum Download zu finden.</p>



<p><strong>Durchführung</strong></p>



<p>1. Einführung (10 Minuten)</p>



<p>Bevor das Video gezeigt wird, ist es wichtig, der Gruppe kurz die Begriffe „Gutes Leben“ und „Degrowth“ zu verdeutlichen – in diesem Fall bezieht sich jedes dieser Konzepte genau auf den Globalen Süden und Norden –und zu präzisieren, dass sie durch ihre Verknüpfung ein Handeln für globale Gerechtigkeit proklamieren.</p>



<p>Je nach Vorkenntnissen zum Thema kann überlegt werden, wie viele Informationen geklärt werden sollen oder nicht.</p>



<p>2. Videovorführung „Buen Vivir“ (15 Minuten) </p>



<p>Dieses Video dient als Beispiel für den Vorschlag und die Praxis des Konzepts des „Buen Vivir“ indigener Gemeinschaften, ihrer nachhaltigen, alternativen und solidarischen Lebensweise. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich um sozial und strukturell marginalisierte Gruppen handelt, die jedoch durch ihren Widerstand Autonomie und Selbstorganisation erlangt haben. Dies ermöglicht ihnen, ihre Partizipation und ihr Handeln gegenüber der Regierung und den strukturellen Systemen zu legitimieren.</p>



<p>Die Idee ist, dass die Gruppe den Bildern, dem Ton und dem Text bis zum Ende Aufmerksamkeit schenkt.</p>



<p>Im Diskussions- und Reflexionsteil gibt es Raum für Fragen und Überlegungen.</p>



<p>Link: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=j2iTjIC8Yek">https://www.youtube.com/watch?v=j2iTjIC8Yek</a></p>



<p>3. Kontextualisierung von Degrowth (20 Minuten)</p>



<p>Zeit zum Lesen der des Arbeitsmaterials:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>„ Degrowth“</li>



<li>„Pluriversum statt Universum“</li>



<li>„Umweltgerechtigkeit: Inkommensurabilität der Werte“</li>
</ul>



<p>Es wird vorgeschlagen, dass die Lesedynamik individuell oder in Kleingruppen durchgeführt wird.</p>



<p>4. „Globale Gerechtigkeit und soziale Ungleichheit“: Diskussion und Reflexion (30 Minuten)</p>



<p>Fragen: individuelle Fragen der TN</p>



<p>Diskussion und Reflexion: gemeinsamer Dialog</p>



<p>Dynamik: gemeinsame und gleichzeitige Rotation der Plätze</p>



<p>Vor der Diskussionsrunde wird vorgeschlagen, dass sich die TN einige Minuten Zeit nehmen, um individuell zu reflektieren und ihre Fragen in Bezug auf das Video und die gelesenen Texte zu notieren.</p>



<p>Für die Diskussion und Reflexion werden die Fragen der TN der Gruppe vorgestellt. Es ist wichtig, dass dieser Raum eine kollektive Reflexion und Diskussion hervorruft, d.&nbsp;h. dass jede Person die Möglichkeit hat, sich einzubringen oder ihre Ideen vorzustellen und dabei die Ideen der anderen zu berücksichtigen.</p>



<p>Für die Dynamik des kollektiven Dialogs wird eine große Gruppe vorgeschlagen, in einem Kreis.</p>



<p>Bevor die einzelnen Fragen vorgestellt werden, werden die TN gebeten, ihre Plätze zu wechseln und gleichzeitig ihre Positionen oder Sitze zu tauschen. Wenn alle einen neuen Platz gefunden haben, kann die nächste Frage gestellt werden.</p>



<p>Bei Bedarf kannst du die folgenden Fragen als Beispiele verwenden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Rolle kann Degrowth in deiner Lebenswirklichkeit im globalen Kontext spielen?</li>



<li>Wie kann ein Gutes Leben für alle gewährleistet werden?</li>



<li>Kann die Umsetzung von Degrowth soziale Ungleichheiten abbauen?</li>
</ul>



<p>5. Auswertung (15 Minuten)</p>



<p>Am Ende der Methode werden fünf Gläser aufgestellt und jedes Glas erhält (mit einem schriftlichen Etikett) einen der folgenden Werte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Bewusstsein und Sensibilität</li>



<li>Solidarität</li>



<li>Freiheit</li>



<li>Souveränität</li>



<li>Existenzsicherung</li>
</ul>



<p>Die TN sollen jedem der Werte einen individuellen Wert mit einer bestimmten Anzahl von Gegenständen zuordnen und diese in die Gläser legen. Am Ende schaut die Gruppe, welcher Wert (Glas) die meisten oder die wenigsten Gegenstände erhalten hat.</p>



<p><strong>Alternative</strong><br>Je nach Vorkenntnissen der Gruppe oder dem pädagogischen Kontext, in dem die Methode eingesetzt wird, kann den TN auch der folgende Artikel zur Lektüre vorgeschlagen werden:<br>„Das Potenzial von Degrowth und Buen Vivir bei der Bewältigung von Unterentwicklung und Konflikten im Globalen Süden.“<br>Der Text ist als Hintergrundtext in den Arbeitsmaterialien zu finden.</p>



<p><strong>Hinweise und Tipps für Anleitende</strong><br>Hinweis zum Inhalt: Es ist wichtig, die TN für den Inhalt zu sensibilisieren, insbesondere diejenigen, die direkt vom Kolonialismus betroffen sind, um die sozialen Ungleichheiten und die emotionalen Auswirkungen zu erkennen, die dieser verursacht hat. Schaffe Raum für Solidarität mit ihren Emotionen und ermögliche sichere Räume, die sensibel für Diskriminierung und Vorurteile sind.</p>



<p><strong>Quellen</strong>:</p>



<p>Lopez Furia, Gustavo de Jesus, (2022): <em>Una visión ambiental sobre el mundo al que aspiramos los pueblos indigenas amazónicos. NUESTRA COSMOVISION TERRITORIAL</em>. Mitú, Vaupes, Colombia, Asociación MIAAPS.</p>



<p>Santacruz, C. I. (2023): <em>Proyecto: Mahsirib, Centro de pensamiento, transmisión y enseñanza de conocimientos ancestral desde la formación de Sabedoras y Sabedores tradicionales indigenas de AATICAM</em>. Mitú, Vaupes, Colombia, Asociación MIAAPS.</p>



<p>Mendoza, J.; Jaramillo, R.; López, R.; Vargas, L.; Giraldo, D.; Ramírez, B.; Correa, F. (1997): Los Kuwaiwa : creadores del universo, la sociedad y la cultura. Quito, Ecuador, Ediciones ABYA-YALA.</p>



<p>Correa, F. (1996): POR EL CAMINO DE LA ANACONDA REMEDIO: Dinámica de la organización social entre los taiwano del Vaupés. Colombia, Tercer Mundo Editores.</p>



<p>Jiménez, D. A. (2007):<em> Construyendo Agenda 21 para el Departamento de Vaupés: Una construcción colectiva para el Desarrollo Sostenible de la Amazonia Colombiana</em>. Bogotá, Colombia, Instituto Amazónico de Investigaciones Científicas-Sinchi.</p>



<p>Navarro, A. G.(2021): La anaconda como serpiente-canoa: mito y chamanismo en la Amazonía Oriental, Brasil. Colombia, Universidad de Antioquia.</p>



<p>Demaria, F.; Kothari, A.; Salleh, A.; Escobar, A.; Acosta, A. (2019): Pluriverse: A Post-Development Dictionary. <em>Tulika Books.</em></p>



<p><em>Gerber, J. (n.d.): Value incommensurability Environmental Justice: A research project to study and contribute to the global environmental justice movement. Retrieved from:</em><a href="http://www.envjustice.org/2012/12/value-incommensurability/">www.envjustice.org/2012/12/value-incommensurability/</a></p>



<p>Kothari, A. (n.d.): Beyond Degrowth – Global South Perspectives.<em> Explore Degrowth. Retrieved from: </em><a href="https://explore.degrowth.net/media/presentation-slides/">https://explore.degrowth.net/media/presentation-slides/</a></p>



<p><em>Magalhaes Teixeira, B.</em><em> (</em><em>2021): </em><em>The potential of degrowth and buen vivir in addressing underdevelopment and conflict in the Global South. </em><em>Degrowth Info. Retrieved from: </em><a href="https://degrowth.info/de/blog/the-potential-of-degrowth-and-buen-vivir-in-addressing-underdevelopment-and-conflict-in-the-global-south">https://degrowth.info/de/blog/the-potential-of-degrowth-and-buen-vivir-in-addressing-underdevelopment-and-conflict-in-the-global-south</a></p>



<p><em>R</em><em>eparations and Degrowth Alliance</em><em>(O</em><em>k</em><em>tober </em><em>2023): </em><em>Repair, Degrow. Unpublished </em><em>(</em>unter Material zum Download finden<em>)</em></p>
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			</item>
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		<title>Gutes Leben</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/gutes-leben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Caro Hoffmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Dec 2024 16:38:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Teilnehmenden (TN) schauen einen Kurzfilm und reflektieren anschließend über Fragen rund um ein Gutes [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Teilnehmenden (TN) schauen einen Kurzfilm und reflektieren anschließend über Fragen rund um ein Gutes Leben.</p>



<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die TN …</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>erhalten einen spielerischen Zugang zu Fragen rund um ein Gutes Leben.</li>



<li>reflektieren über die Rolle eines Guten Lebens im Zusammenhang mit Wirtschaftswachstum und globaler Gerechtigkeit.</li>



<li>beginnen, ihr eigenes Verhalten im Alltag sowie die gängige Praxis von Unternehmen im Umgang mit Wirtschaftswachstum zu verorten und zu hinterfragen.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Die anleitende Person bereitet den Raum so vor, dass das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GWTZR7ZeoIU">Video</a> mit Bild und Ton für alle Teilnehmenden hör- und sichtbar abgespielt werden kann. Die Reflexionsfragen (siehe Schritte 2 und 4) werden aufgeschrieben, um sie im passenden Moment gut sichtbar für alle zu machen.</p>



<p>Durchführung</p>



<p>1. Video Teil 1 (3 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person sagt, dass in dem Video einige englische Begriffe und Fachtermini vorkommen, und kündigt an, dass es Raum für Verständnisfragen geben wird. Anschließend spielt sie das Video ab bis zur Minute 2:15; „Dann hast du ausgesorgt und kannst völlig entspannt dein Leben genießen.“</p>



<p>Im Anschluss können Verständnisfragen gestellt und beantwortet werden.</p>



<p>2. Zwischenreflexion (5-10 Minuten)</p>



<p>Die TN kommen zu zweit über folgende Fragen ins Gespräch:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was denkt die Person, die an dem Kaffeestand vorbeikommt, über Arbeit und die Lebensweise der Person, die den Kaffeestand betreibt? Wie stehst du dazu?</li>



<li>Was denkst du, wie wird die Person, die den Kaffeestand betreibt, reagieren?</li>
</ul>



<p>3. Video Teil 2 (2 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person spielt das Video ab Minute 2:11 bis zum Ende ab und ordnet das Video anschließend ein: Der Kurzfilm „Leben wir, um zu arbeiten – oder arbeiten wir, um zu leben?“ entstand 2021 durch den Arbeitskreis „Wohlstand ohne Wachstum“ von Attac Köln.</p>



<p>4. Auswertung (15-30 Minuten)</p>



<p>Die TN kommen wieder zu zweit zusammen und kommen ins Gespräch über den Kurzfilm. Folgende Fragen sollen dabei als Inspiration dienen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche unterschiedlichen Ansichten auf Arbeit und ein Gutes Leben haben die beiden Figuren in dem Kurzfilm?</li>



<li>Leben wir, um zu arbeiten – oder arbeiten wir, um zu leben?</li>



<li>Welche Rolle spielt Arbeit für meine Identität?</li>



<li>Wie beeinflusst Arbeit meine Lebensqualität?</li>



<li>Was bedeutet ein Gutes Leben für mich? Was brauche ich dafür?</li>



<li>Was hat die Einstellung der Person, die den Kaffeestand betreibt, mit globaler Gerechtigkeit zu tun?</li>
</ul>



<p>Anschließend haben die TN die Möglichkeit, in der Großgruppe Gedanken oder Emotionen zu teilen, die ihnen im Laufe der Methode gekommen sind.</p>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>Es ist möglich, die Methode auf ca. 15-20 Minuten zu kürzen. Dazu spielt die anleitende Person in Schritt 1 das gesamte Video ab und ordnet es ein. Anschließend gibt es eine Auswertung in Paaren, kleineren Gruppen oder direkt in der Großgruppe. Zum Beispiel kann ein Fokus auf folgende Fragen gelegt werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Leben wir, um zu arbeiten – oder arbeiten wir, um zu leben?</li>



<li>Was bedeutet ein Gutes Leben für mich? Was brauche ich dafür?</li>



<li>Was hat ein Gutes Leben für alle mit globaler Gerechtigkeit zu tun?</li>
</ul>



<p><strong>Durchführung digital</strong></p>



<p>Die Methode kann gut digital genutzt werden. Dazu braucht es einen Online-Raum, ggf. mit der Möglichkeit, Breakout-Räume zu erstellen für eine Reflexion zu zweit oder in Kleingruppen. Der Link zum Video und die Reflexionsfragen werden in dem Fall von der anleitenden Person in den Chat gestellt.</p>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Video ist auf Deutsch mit einigen englischen und fachlichen Begriffen und hat nur automatisch erzeugte Untertitel, die sehr unpräzise sind. Um sprachliche Barrieren möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dies im Vorhinein transparent zu machen und genug Raum für Verständnisfragen einzuräumen.</li>



<li>In der Methode steht die Reflexion einer persönlichen Perspektive auf Arbeit und ein Gutes Leben im Mittelpunkt. Dabei ist wichtig, zu beachten, dass gesellschaftliche Positionierungen die eigene Perspektive beeinflussen. Ein individuelles Konzept eines Guten Lebens kann andere Konzepte eines Guten Lebens einschränken. Wenn z. B. die Vorstellung eines Guten Lebens beinhaltet, jedes Jahr in den Urlaub zu fliegen, hat das Konsequenzen für Mensch und Natur. Daher ist es wichtig, zu betonen, dass aus einer globalen Gerechtigkeitsperspektive ein Gutes Leben für alle unter Einbeziehung marginalisierter Perspektiven und Positionierungen ein Aushandlungsprozess ist. Dies kann in der Abschlussauswertung in der Großgruppe oder in der Weiterarbeit geschehen.</li>
</ul>



<p><strong>Arbeitsmaterial</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Video</strong>
<ul class="wp-block-list">
<li>Attac. <em>Leben wir, um zu arbeiten – oder arbeiten wir, um zu leben?</em> Anekdote vom Guten Leben. Attac Köln 2021. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GWTZR7ZeoIU">www.youtube.com/watch?v=GWTZR7ZeoIU</a>.</li>
</ul>
</li>
</ul>



<p><strong>Quellen und Weiterführendes</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Acosta, Alberto (2015): <em>Buen vivir. Vom Recht auf ein gutes Leben</em>. Oekom Verlag.</li>



<li>I.L.A. Kollektiv (Hrsg.) (2017): <em>Auf Kosten Anderer? </em><em>Wie die imperiale Lebensweise ein gutes Leben für alle verhindert</em>. I.L.A. Kollektiv. <a href="https://www.oekom.de/buch/auf-kosten-anderer-9783960060253">https://www.oekom.de/buch/auf-kosten-anderer-9783960060253</a>.</li>
</ul>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>(K)eine Lösung für die Klimakrise?</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/keine-loesung-fuer-die-klimakrise/</link>
					<comments>https://endlich-wachstum.de/method/keine-loesung-fuer-die-klimakrise/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Parwaneh Mirassan]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Oct 2024 12:43:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die TN setzen sich in einer Gruppenarbeit kritisch mit technischen Lösungen für die Klimakrise auseinander.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden (TN)…</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>erweitern ihr Wissen über aktuelle Debatten über Lösungen in der Klimakrise</li>



<li>lernen konkrete Beispiele von technischen Lösungen (Wasserstoff, Elektromobilität und Geo-Engineering) kennen und setzen sich kritisch mit deren Potenzialen auseinander</li>



<li>verstehen den Zusammenhang zwischen technologischen Lösungen in der Klimakrise und globalen Gerechtigkeitsfragen</li>



<li>werden dazu angeregt, über Technikoptimismus und Fortschrittsglaube im Grünen Kapitalismus zu reflektieren und erkennen, dass es strukturelle Veränderungen braucht</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Die anleitende Person macht sich mit allen Arbeitsmaterialien vertraut und verschafft sich ein grundlegendes Verständnis von den verschiedenen technologischen Ansätzen, die in der Methode behandelt werden. Die Zitate werden in einer Präsentation bereitgestellt oder ausgedruckt. Die Arbeitsblätter werden in notwendiger Anzahl ausgedruckt.</p>



<p>Durchführung</p>



<p>1. Brainstorm (10 Minuten) </p>



<p>Die anleitende Person zeigt ein Flipchart mit dem Titel „Lösungen für die Klimakrise“. Die TN werden aufgefordert, spontan Lösungsansätze zu nennen, von denen sie in ihrem Umfeld, in (sozialen) Medien und öffentlicher Debatte schon gehört haben. Dabei geht es im ersten Schritt nicht darum, wie „klein“ oder „groß“ und weitreichend die Lösungsansätze sind, oder ob und wie sinnvoll die TN sie finden. Die genannten Lösungsansätze werden alle auf dem Flipchart notiert.</p>



<p>2. Einstieg (15 Minuten) </p>



<p>Die anleitende Person zeigt nacheinander die drei Zitate (siehe Arbeitsmaterial). Bei jedem Bild/Meme/Zitat haben die TN kurz Zeit, sich zu zweit darüber auszutauschen. Folgende Fragen können dabei unterstützen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wer spricht?</li>



<li>Was wird gesagt? Was ist der Bezug zur Klimakrise?</li>
</ul>



<p>Danach fragt die anleitende Person, worum es bei all diesen Zitaten geht. Je nach Antworten, erklärt sie, dass es bei allen um technische Lösungsansätze für die Klimakrise geht, und dass diese von verschiedenen Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Unternehmen als zentrale Lösungen vorgeschlagen werden. Neben dem Ausbau von erneuerbaren Energien, wie Wind- und Solarenergie, wird immer häufiger von neueren Technologien gesprochen, wie z.B. Wasserstoff als Treibstoff. Dabei wird häufig vor allem über deren Potenziale zur Reduktion von Treibhausgasemissionen gesprochen. Der hohe Ressourcenverbrauch, die entstehenden oder verstärkten sozialen und Umweltschäden durch den Ressourcenabbau, die ungleichen Machtverhältnisse zwischen Globalem Süden und Globalem Norden, sowie die Risiken der neuen Technologien werden dabei nur selten thematisiert. In der folgenden Gruppenarbeit soll es darum gehen, einen genaueren Blick auf einen von drei Ansätzen zu werfen, die als technologische Lösungen für die Klimakrise propagiert werden. Die drei technologischen Lösungen die zur Wahl stehen sind: Wasserstoff, E-Autos und Carbon Capture and Storage.</p>



<p>3. Gruppenarbeit (40 Minuten) </p>



<p>Die anleitende Person nennt die drei technologischen Ansätze und stellt kurz ihren potenziellen Beitrag zur Reduktion von Emissionen vor.</p>



<p>Je nach Interesse wählen die TN je ein Thema aus und finden sich zu den jeweiligen Themen in Gruppen à 3-6 Personen zusammen zusammen. Große Gruppen können nochmal in zwei Gruppen geteilt werden. Wichtig ist, dass es zu jedem Thema mindestens eine Gruppe gibt und die Gruppen ähnlich groß sind.</p>



<p>Sobald die Gruppen gebildet sind, erhalten sie jeweils 1 Arbeitsblatt zum gewählten Thema (siehe Arbeitsmaterial). Die TN haben 30-35 Minuten Zeit, den Einführungstext zu lesen, das im Arbeitsblatt enthaltene Material zu konsumieren, sowie die Auswertungsfragen zu besprechen und eine Reaktion auf eines der Zitate zu formulieren. Ggf. kann die Zeit für die Gruppenarbeit verlängert werden, wenn die Gruppen nach der gegebenen Zeit noch nicht soweit sind. Die anleitende Person steht für Fragen und mögliche Unterstützung zur Verfügung. Insbesondere am Beginn der Gruppenarbeit und gegen Ende, beim Formulieren der Reaktion, sollte Unterstützung aktiv angeboten werden.</p>



<p>4. Reaktionen präsentieren (10-15 Minuten)</p>



<p>Die TN kommen wieder zusammen und die Zitate vom Einstieg werden wieder visualisiert. Nacheinander tritt jede Gruppe nach vorne und reagiert auf eines der Zitate mit Wissen und Argumenten aus dem Material. Die Reaktionen der Gruppen sollen dabei so kurz, knackig und klar wie möglich gehalten werden und nicht länger als 2-3 Minuten pro Gruppe dauern.</p>



<p>5. Auswertung (15-20 Minuten) </p>



<p>&#8211; Wie ging es euch mit der Gruppenarbeit? Wie leicht/schwer fiel es euch, euch den Themen anzunähern mithilfe des Materials?</p>



<p>&#8211; Was war neu? Was war interessant?</p>



<p>&#8211; Wie ging es euch beim Formulieren einer Reaktion?</p>



<p>&#8211; Wo seht ihr einen Zusammenhang zwischen technologischen Lösungen in der Klimakrise und Globaler (Un-)gerechtigkeit?</p>



<p>&#8211; Warum fokussieren viele Akteure in der Klimakrise auf technologische Lösungen – trotz der Probleme, die damit einhergehen? Welche möglichen Gründe fallen euch ein?</p>



<p>&#8211; Welchen Beitrag können technologische Lösungen für eine nachhaltigere, gerechtere Gesellschaft leisten? Was bräuchte es dafür?</p>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p><br>(1) Für einen kreativen Abschluss der Methode kreieren die TN in den jeweiligen Arbeitsgruppen ein eigenes Bild/Meme/Zitat. Dieses soll auf humorvolle Art auf die Inhalte der präsentieren Zitate vom Beginn kritisch Bezug nehmen und das neu erworbene Wissen aufgreifen.</p>



<p>(2) Kürzere Variante mit Video (70 Minuten)</p>



<p>Für Gruppen, die sich bisher noch nicht so stark mit dem Thema beschäftigt haben, oder für die selbstständiges Arbeiten eine Herausforderung darstellt, bietet sich das Video &#8222;Die Anstalt &#8211; Neues vom Klima &#8211; vom 16.7.2024&#8220; an. <a href="https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-16-juli-2024-100.html">https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-16-juli-2024-100.html</a> Es dauert 46 Minuten und greift verschiedene technische Lösungen für die Klimakrise auf und betrachtet diese kritisch und humorvoll. </p>



<p>Im Ablauf der Methode wird dann direkt nach dem Brainstorm (1) das Video geschaut. Danach geht es direkt in die Auswertung:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was war neu? Was war interessant?</li>



<li>Welche &#8222;Lösungen&#8220; werden genannt und wie werden sie bewertet?</li>



<li>Wo seht ihr einen Zusammenhang zwischen technologischen Lösungen in der Klimakrise und Globaler (Un-)gerechtigkeit?</li>



<li>Warum fokussieren viele Akteure in der Klimakrise auf technologische Lösungen – trotz der Probleme, die damit einhergehen? Welche möglichen Gründe fallen euch ein?</li>



<li>Welchen Beitrag können technologische Lösungen für eine nachhaltigere, gerechtere Gesellschaft leisten? Was bräuchte es dafür?</li>
</ul>



<p><strong>Durchführung digital </strong></p>



<p>Allgemein:</p>



<p><a></a>Für die digitale Durchführung benötigen alle TN ein digitales Endgerät (bevorzugt PC) und den Link zur Videokonferenz. Das anschließende Sammeln von Lösungsansätzen kann entweder über den Chat im Videokonferenztool, oder mithilfe einer Wortwolke stattfinden.</p>



<p>Ergänzungen für die digitale Durchführung:</p>



<p>1. Einstieg (15 Minuten)</p>



<p>Beim Einstieg teilt die anleitende Person die Zitate online als Präsentation. Statt einem Austausch zu zweit, können die TN in Form einer Popcornrunde auf die Frage eingehen, worum es bei all diesen Zitaten geht.</p>



<p>2. Gruppenarbeit (40 Minuten)</p>



<p>Für die Gruppenarbeit treten die TN Breakout-Räumen (mindestens 3, bei hoher TN-Zahl mehr) bei. Sie erhalten die Arbeitsblätter als digitale Dokumente. Die verlinkten Materialien können sie entweder jede*r für sich direkt auf ihrem digitalen Endgerät konsumieren und danach in der Gruppe darüber sprechen, oder eine Person aus der Gruppe teilt Bildschirm und Audio mit den anderen. Für die Gruppenarbeit ist es notwendig, dass die anleitende Person mindestens einmal in jeden Breakout-Raum geht und Unterstützung anbietet.</p>



<p>4. Reaktionen präsentieren (10-15 Minuten)</p>



<p>Die TN kommen wieder zusammen und die Zitate vom Einstieg werden wieder visualisiert. Nacheinander tritt jede Gruppe nach vorn und reagiert auf eines der Zitate mit Wissen und Argumenten aus dem Material. Die Reaktionen der Gruppen sollen dabei so kurz, knackig und klar wie möglich gehalten werden und nicht länger als 2-3 Minuten pro Gruppe dauern.</p>



<p>5. Auswertung (15-20 Minuten)</p>



<p>Welchen Beitrag können technologische Lösungen für eine nachhaltigere, gerechtere Gesellschaft leisten? Was bräuchte es dafür?</p>



<p>Wie ging es euch mit der Gruppenarbeit? Wie leicht/schwer fiel es euch, euch den Themen anzunähern mithilfe des Materials?</p>



<p>Was war neu? Was war interessant?</p>



<p>Wie ging es euch beim Formulieren einer Reaktion?</p>



<p>Wo seht ihr einen Zusammenhang zwischen technologischen Lösungen in der Klimakrise und globaler (Un-)Gerechtigkeit?</p>



<p>Warum fokussieren viele Akteur*innen in der Klimakrise auf technologische Lösungen – trotz der Probleme, die damit einhergehen? Welche möglichen Gründe fallen euch ein?</p>



<p>Findet wieder mit allen im Hauptraum statt.</p>



<p><strong>Tipps </strong><strong>und Hinweise </strong><strong>für Anleitende</strong></p>



<p>Die Methode erfordert ein gewisses Vorwissen und ein Einarbeiten ins Thema durch die anleitende Person (siehe Quellen und Weiterführendes). Dabei ist es nicht notwendig, alle chemischen und physikalischen Prozesse der Technologien im Detail zu verstehen, aber ein Grundverständnis der Funktionsweise der jeweiligen Technologie ist sinnvoll. Für Detailfragen können die TN an andere Quellen verwiesen werden.</p>



<p>Je nach Zielgruppe ist es möglich, dass die TN hinsichtlich der Klimakrise bisher vor allem mit technologischen Lösungsansätzen in Berührung gekommen sind. Bei der kritischen Auseinandersetzung mit solchen Lösungsansätzen sind verschiedene Reaktionen möglich, z.B. Abwehrhaltung, Pessimismus, Hoffnungslosigkeit. Es empfiehlt sich eine besondere Aufmerksamkeit für Reaktionen dieser Art bei den TN. Im Umgang damit hilft eine wertschätzende Haltung gegenüber den unterschiedlichen Beiträgen der TN und generell Wertschätzung von Kontroversität und Diskussion. Wenn möglich folgt auf die Methode eine Methode der Kategorie „Alternativen“ oder die Methode „Gutes Leben kann es nur für alle Geben“ um den Fokus auf strukturelle Globale Ungleichheiten zu vertiefen. Um sich tiefer mit dem Wachstumsparadigma auseinander zu setzen, könnte mit der Methode „Die zwei Seiten der Medaille“ weitergearbeitet werden.</p>



<p><strong>Quellen und Weiterführendes</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Formando Rutas: Material Educativo. <a href="http://www.formandorutas.tech/">www.formandorutas.tech/</a> (11.09.2024)</li>



<li>Hartmann, Kathrin (2021): Solch grüner Schein. <a href="http://www.freitag.de/autoren/kathrin-hartmann/solch-gruener-schein">www.freitag.de/autoren/kathrin-hartmann/solch-gruener-schein</a> (11.09.2024)</li>



<li>Klimakollektiv: Klimascheinlösungen. <a href="http://www.klimascheinloesungen.de/">www.klimascheinloesungen.de</a> (11.09.2024)</li>



<li>Konzeptwerk neue Ökonomie (Hrsg.) (2022): Wasserstoff und Klimagerechtigkeit. www.<a href="https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/bausteine-fuer-klimagerechtigkeit/wasserstoff-und-klimagerechtigkeit/">ko</a><a href="https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/bausteine-fuer-klimagerechtigkeit/wasserstoff-und-klimagerechtigkeit/">nzeptwerk-neue-oekonomie.org/bausteine-</a><a href="https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/bausteine-fuer-klimagerechtigkeit/wasserstoff-und-klimagerechtigkeit/">fuer-klimagerechtigkeit/wasserstoff-und-klimagerechtigkeit/</a></li>



<li>Schulz, Sven (2024): Lithium-Abbau: Das solltest du darüber wissen. <a href="http://www.utopia.de/ratgeber/lithium-abbau-das-solltest-du-darueber-wissen/"><u>www.ut</u>opia.de/ratgeber/lithium-abbau-das-solltest-du-darueber-wissen/</a> (11.09.2024)</li>



<li>ZDF (2024): Die Anstalt vom 16. Juli 2024 &#8211; Neues vom Klima. Politsatire mit Max Uthoff und Maike Kühl. <a href="https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-16-juli-2024-100.html">https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-16-juli-2024-100.html</a> (12.12.2024)</li>
</ul>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Schritt für Schritt</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/schritt-fuer-schritt/</link>
					<comments>https://endlich-wachstum.de/method/schritt-fuer-schritt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Caro Hoffmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2024 10:59:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Konkrete fiktive Ereignisse aus der Zukunft machen eine nachhaltig und gerecht gestaltete Digitalisierung vorstellbar.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Konkrete fiktive Ereignisse aus der Zukunft machen eine nachhaltig und gerecht gestaltete Digitalisierung vorstellbar.</p>



<p><strong>Lernziel</strong><strong>e:</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden (TN) …</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>lernen spielerisch konkrete mögliche Schritte in eine nachhaltig und fair gestaltete Digitalisierung kennen.</li>



<li>üben sich in utopischem Denken und werden zu eigenem Handeln motiviert.</li>



<li>reflektieren globale Machtverhältnisse und Handlungsmöglichkeiten im Kontext von Digitalisierung.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Hintergrund</p>



<p>Weltweit existieren zivilgesellschaftliche Akteur*innen, die sich für eine nachhaltigere und global gerechtere Gestaltung und Nutzung digitaler Technik einsetzen. Diese leisten Widerstand gegen die dominante Machtposition großer Techkonzerne aus dem Globalen Norden, bauen selbst Alternativen dazu auf und fordern politische Rahmenbedingungen dafür.</p>



<p>Die hier zusammengestellten „Ereignisse aus der Zukunft“ basieren auf den Ansätzen und Forderungen der Netzwerke „Whose Knowledge?, „African Women‘s Development and Communications Network“ sowie „Bits &amp; Bäume“ (darin u. a. Forum Informatiker*innen für den Frieden, Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V., Open Knowledge Foundation, Germanwatch) (vgl. Quellen).</p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Das Arbeitsblatt „Ereignisse aus der Zukunft“ wird in der Anzahl der späteren Kleingruppen ausgedruckt, die Kärtchen werden auseinander geschnitten und diese gut gemischt in Stapeln bereit gelegt. Das Arbeitsblatt „Strategien“ wird in der Anzahl der späteren Kleingruppen ausgedruckt und bereitgelegt.</p>



<p>Durchführung</p>



<p>1. Einführung (5-10 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person erzählt den TN, dass es auf der ganzen Welt Menschen gibt, die sich für eine nachhaltige und faire Gestaltung und Nutzung digitaler Technik einsetzen.</p>



<p>Dafür gibt es verschiedene Zugänge oder Strategien. Sie lassen sich einteilen in einerseits „Widerstand leisten und Alternativen selbst aufbauen“ und andererseits „politische Rahmenbedingungen und Gesetze schaffen“. Alle diese verschiedenen Strategien sind wichtig.</p>



<p>Aktuell gibt es bereits konkrete Forderungen und erste kleinere Ansätze dazu. Wie wäre es aber, wenn diese wirklich im großen Stil umgesetzt würden? Was würde dann passieren? Was wären Schritte auf dem Weg in eine nachhaltige und global gerechte Gestaltung und Nutzung digitaler Technik?</p>



<p>Manchmal ist es nicht so einfach, sich auf utopisches Denken einzulassen. Die TN werden eingeladen, es zu probieren.</p>



<p>2. Kleingruppenphase zu Ereignissen aus der Zukunft (30 Minuten)</p>



<p>Die TN finden sich in Kleingruppen à 3-4 Personen zusammen. Am besten haben sie einen Tisch oder eine andere Ablagemöglichkeit zwischen sich.</p>



<p>Die anleitende Person teilt den Kleingruppen je einen Stapel mit Ereigniskarten und ein Arbeitsblatt „Strategien“ aus und erklärt den Ablauf.</p>



<p>Die TN haben jetzt 30 Minuten Zeit, sich mit den Ereignissen auseinanderzusetzen: Sie teilen die Ereigniskarten zu gleichen Teilen unter sich auf und legen ihre Stapel verdeckt vor sich. Das Arbeitsblatt „Strategien“ legen sie in die Mitte.</p>



<p>Eine erste Person beginnt damit, ihr Ereignis vorzulesen. Sie kann dann als Erste ihre Gedanken zu den Fragen auf dem Arbeitsblatt „Strategien“ teilen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was verändert sich dadurch?</li>



<li>Wem bringt das etwas? Für wen ist das eine Verbesserung?</li>



<li>Seht ihr das Ereignis eher im Bereich „Widerstand leisten und Alternativen aufbauen“ oder im Bereich „politische Rahmenbedingungen verändern“?</li>
</ul>



<p>Danach können auch die anderen in der Kleingruppe ihre Gedanken dazu teilen.</p>



<p>Die Person legt ihre Ereigniskarte dann zu dem ausgewählten Bereich des Arbeitsblattes „Strategie“.</p>



<p>Dann folgen die nächsten Personen immer reihum, solange bis alle Karten besprochen oder 30 Minuten um sind.</p>



<p>3. Reflexion (20 Minuten)</p>



<p>Die TN kommen wieder in der Großgruppe zusammen. Hier können folgende Fragen besprochen werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie ging es euch mit der Übung? Wie hat es sich angefühlt, sich mit den Ereignissen aus der Zukunft zu beschäftigen?</li>



<li>Welche Ereignisse haben euch besonders angesprochen oder irritiert? Inwiefern?</li>



<li>Welche Schritte erschienen euch einfach, welche schwierig? Was sind für euch die Gründe dafür?</li>



<li>Was sind aus eurer Sicht die größten Hindernisse auf dem Weg zu einer nachhaltigen und global sozial gerechten Gestaltung von Digitalisierung?</li>



<li>Was braucht es, damit die Schritte einfacher werden?</li>



<li>Welche Beispiele oder Ansätze kennt ihr, die auch heute schon dazu beitragen, digitale Technik nachhaltiger und/oder gerechter zu gestalten?</li>
</ul>



<p>Die Antworten zu den letzten drei Fragen können von der anleitenden Person auch für alle sichtbar mitgeschrieben werden.</p>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>Als zusätzliche letzte Aufgabe können die TN auch eingeladen werden, für sich zu überlegen, was für sie selbst erste Schritte sein könnten, um digitale Technik nachhaltiger zu nutzen oder sich für eine Veränderung einzusetzen.</p>



<p>Dazu überlegen sie und schreiben auf, was ihnen dabei hilft, diese ersten Schritte umzusetzen.</p>



<p>Das können sie auf eine Moderationskarte als eigene „Ereigniskarte“ schreiben und mitnehmen. Optional werden die eigenen Ereigniskarten – sofern das vorab angekündigt wurde – in der Großgruppe oder in Kleingruppen vorgestellt.</p>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Bei dieser Methode ist es wichtig, darauf zu achten, dass die TN nicht bei individuellen Handlungsmöglichkeiten stehen bleiben, sondern in der Auswertung auch besprochen wird, was auf politischer und gesellschaftlicher Ebene getan werden kann. Dabei spielen gesellschaftliche und wirtschaftliche Machtverhältnisse eine wichtige Rolle: Nicht für alle ist es gleichermaßen einfach oder möglich, sich gesellschaftlich zu engagieren. Große Techunternehmen sind real sehr mächtig und es ist schwierig, ihnen etwas entgegenzusetzen. Wir halten es für wichtig, diese beiden Aspekte zu berücksichtigen: Ohnmachtsgefühle ernst zu nehmen und dennoch Handlungsspielräume zu erkunden.</p>



<p>Wenn es den TN schwerfällt, die Fragen zu den Ereignissen in den Kleingruppen zu bearbeiten, kann die anleitende Person unterstützen. Oder es werden vor der Kleingruppenphase beispielhaft ein/zwei Ereignisse in der Großgruppe besprochen.</p>



<p><strong>Möglichkeiten zur Weiterarbeit</strong></p>



<p>Mit der Methode „Eine andere Welt im Bau – Porträts von Gegenbewegungen und Alternativen im digitalisierten Kapitalismus“ können TN dazu weiterarbeiten, welche alternativen Anwendungen sie nutzen können und welche konkreten zivilgesellschaftlichen Akteur*innen es schon gibt, die sich für eine sozial-ökologische Gestaltung und Nutzung von digitaler Technik einsetzen.</p>



<p></p>



<p><strong>Quellen und Weiterführendes</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Whose Knowledge?; African Women‘s Development and Communications Network (2024) (Hrsg): Report – Decolonizing the Internet. East Africa podcast e-zine.<br><a href="https://whoseknowledge.org/wp-content/uploads/2024/03/FINAL_DTI-EA-podcast-e-zine.pdf">https://whoseknowledge.org/wp-content/uploads/2024/03/FINAL_DTI-EA-podcast-e-zine.pdf</a></li>



<li>Bits &amp; Bäume (2022): Digitalisierung zukunftsfähig und nachhaltig gestalten. Politische Forderungen der Bits &amp; Bäume. <a href="https://bits-und-baeume.org/konferenz-2022/forderungen/">https://bits-und-baeume.org/konferenz-2022/forderungen/</a></li>



<li>Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. (Hrsg.) (2020): Zukunft für alle. Eine Vision für 2048: gerecht. ökologisch. machbar. München, Oekom. https://zukunftfueralle.jetzt/buch-zum-kongress/</li>
</ul>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
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			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klimagerechtigkeit jetzt!</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/klimagerechtigkeit-jetzt/</link>
					<comments>https://endlich-wachstum.de/method/klimagerechtigkeit-jetzt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Caro Hoffmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2024 13:24:34 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://endlich-wachstum.de/?post_type=method&#038;p=4660</guid>

					<description><![CDATA[Teilnehmende (TN) setzen sich mit politischen Maßnahmen für Klimagerechtigkeit in verschiedenen Bereichen auseinander.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Teilnehmende (TN) setzen sich mit politischen Maßnahmen für Klimagerechtigkeit in verschiedenen Bereichen auseinander.</p>



<p><strong>Arbeitsmaterial zum Download</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Buch: Konzeptwerk neue Ökonomie (2023): Bausteine für Klimagerechtigkeit: 8 Maßnahmen für eine solidarische Zukunft. Oekom. <a href="http://www.oekom.de/buch/bausteine-fuer-klimagerechtigkeit-9783987260735">www.oekom.de/buch/bausteine-fuer-klimagerechtigkeit-9783987260735</a> (in mehrfacher Ausgabe oder Kopien daraus).</li>



<li>Zu den Dossiers: <a href="https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/bausteine-fuer-klimagerechtigkeit/">https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/bausteine-fuer-klimagerechtigkeit/</a></li>



<li>Zum Drucken: Eine Übersicht der einzelnen Bausteine</li>
</ul>



<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die TN …</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>erweitern ihren Blick auf die sozial-ökologische Transformation.</li>



<li>lernen Forderungen für politische Maßnahmen kennen, um Klimagerechtigkeit zu stärken.</li>



<li>bekommen einen Überblick über die verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche, in denen Klimagerechtigkeit gestärkt werden kann.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Hintergrund</p>



<p>Für eine klimagerechte Gesellschaft ist eine grundlegende Veränderung von Wirtschaft und Gesellschaft im Globalen Norden notwendig. Diese Methode bietet einen ganzheitlichen Ansatz zum Umgang mit der Klimakrise an. Sie versteht die Klimakrise als eine Folge vielschichtiger sozialer und ökologischer Schieflagen. Die TN lernen politische Maßnahmen kennen, die auf strukturelle Veränderungen im Sinne eines global gerechten sozial-ökologischen Wandels abzielen (siehe auch Tipps für Anleitende).</p>



<p>Die Maßnahmen …</p>



<p>… zielen auf strukturelle Veränderungen unseres wachstums-, profitorientierten und globalisierten Wirtschaftssystems ab. Denn nur Maßnahmen, die mit diesen Prinzipien und Ungleichheit brechen, machen unsere Gesellschaft wirklich gerechter, demokratischer, nachhaltiger und resilienter gegenüber Krisen.</p>



<p>… fokussieren gesellschaftliche statt technische Innovationen. Sie tragen dazu bei, die große Leerstelle im aktuellen politischen Kurs der ökologischen Modernisierung zu füllen, der Klimapolitik auf technische Lösungen verengt und keine Antworten auf soziale Fragen gibt – für eine sozial-ökologische Transformation jenseits von Preismechanismen und technischen Innovationen.</p>



<p>… stellen konkret machbare nächste Schritte dar, für die es eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz und damit eine realistische Umsetzungsperspektive gibt. Sie zeigen auf, welche verschiedenen gesellschaftlichen Kräfte sich bereits für die Maßnahmen einsetzen oder potenziell gewinnen lassen und formulieren Strategien für die gesellschaftliche Durchsetzung dieser im Rahmen zivilgesellschaftlicher Bündnisse.</p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Im Raum werden acht Flipcharts mit Gegenständen und Stiften ausgelegt. Folgende Gegenstände werden jeweils auf ein Flipchart platziert (alternativ können die Gegenstände auch gemalt werden):</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Wohnraum</em>: z. B. Türklinke/Schlüssel</li>



<li><em>Autofreie Städte</em>: z. B. Spielzeugauto/Fahrrad</li>



<li><em>Energiepreise</em>: z. B. Batterien</li>



<li><em>Arbeitszeitverkürzung</em>: z. B. Taschenuhr</li>



<li><em>Bodenpolitik</em>: z. B. Kartoffel</li>



<li><em>Steuerpolitik</em>: z. B. Geldmünzen und -scheine</li>



<li><em>Klimaschulden und Reparationen</em>: z. B. Schmuck aus Gold oder Silber, Tabak</li>



<li><em>Grundeinkommen und soziale Garantien</em>: z. B. einen Freischein für Essen/Wohnen/Gesundheit aus Papier basteln</li>
</ul>



<p>Zusätzlich werden die einzelnen Bausteine vorbereitet. Dazu wird das Dokument mit den Infos zu den einzelnen Bausteinen gedruckt (siehe Arbeitsmaterial) und die entsprechenden Seiten aus dem Buch zur Verfügung gestellt.</p>



<p>Die Reflexionsfragen (siehe Schritt 5 unter „Durchführung“) werden auf einem Flipchart visualisiert.</p>



<p>Durchführung</p>



<p>1. Einleitung (5 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person erklärt den groben Ablauf der Methode und setzt die ausgelegten Flipcharts und Gegenstände in einen Klimagerechtigkeitskontext. Die einzelnen Bereiche (Wohnraum, autofreie Städte etc.) werden zu Anfang nicht genannt.</p>



<p>2. Assoziationsübung (10-15 Minuten)</p>



<p>Die TN laufen nun durch den Raum und schauen sich die Gegenstände auf den Flipcharts an. Sie können ihre Assoziationen im Bezug auf Klimagerechtigkeit auf den Flipcharts festhalten – in Schrift oder Bild. Hier ist es gut, zu betonen, dass es um freies Assoziieren geht und alle Assoziationen willkommen sind.</p>



<p>3. Zwischenauswertung (15-20 Minuten)</p>



<p>Nachdem die TN ihre Assoziationen auf den Flipcharts gesammelt haben, trifft sich die Gruppe im Kreis wieder, und der weitere Ablauf der Methode wird erläutert. Die anleitende Person stellt das Buch „Bausteine für Klimagerechtigkeit“ kurz vor und erklärt, dass die vorgestellten Themenbereiche in dem Buch als Bausteine/Stellschrauben für mehr Klimagerechtigkeit im Sinne der sozial-ökologischen Transformation zu verstehen sind. Sie betont, dass das Buch nicht alle Bausteine abbildet und es auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen wichtige Stellschrauben auf dem Weg zu mehr Klimagerechtigkeit gibt (siehe auch Tipps für Anleitende).</p>



<p>Vor diesem Hintergrund wird nun gemeinsam auf die Plakate mit den Assoziationen geschaut. Ein Baustein aus dem Buch wird jeweils genannt und zu dem entsprechenden Plakat gelegt. Im Anschluss können die TN offene Fragen oder Gedanken mit der Großgruppe teilen, bevor es dann mehr Raum zum Diskutieren in den Kleingruppen gibt.</p>



<p>4. Kleingruppeneinteilung (5 Minuten)</p>



<p>Die TN ordnen sich nun einem Baustein zu, mit dem sie sich näher beschäftigen wollen. Dabei entstehen Kleingruppen, die zwischen 2 und 5 Personen groß sein können. Es muss nicht zu jedem Baustein gearbeitet werden und es darf auch zu Bausteinen gearbeitet werden, die nicht in dem Buch vorkommen. Die anleitende Person erklärt, was in den Kleingruppen passiert und wann sich alle in der Großgruppe wiedertreffen (ca. 40-50 Minuten später), wobei ca. die ersten 20 Minuten zum Lesen eingeplant werden sollen. Das Flipchart mit den Reflexionsfragen wird sichtbar für alle aufgestellt.</p>



<p>5. Kleingruppenphase (45-50 Minuten)</p>



<p>Die TN treffen sich zunächst in den Kleingruppen, um den jeweiligen Text zu lesen. Die Seitenzahlen auf den einzelnen Bausteinen dienen lediglich als eine grobe Orientierungshilfe und es muss nicht alles gelesen werden. Je nach Bedarf der TN kann das Lesen kollektiv oder in Einzelarbeit passieren. Im Anschluss werden Verständnisfragen geklärt.</p>



<p>Die TN kommen in den Kleingruppen über folgende Fragen ins Gespräch:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was wird im Text beschrieben?</li>



<li>Was finde ich sinnvoll?</li>



<li>Wie hängt der Text mit Klimagerechtigkeit zusammen?</li>



<li>Welche (weiteren) Maßnahmen fallen mir ein, die Klimagerechtigkeit stärken können?</li>
</ul>



<p>Die Fragen sind im Raum gut sichtbar.</p>



<p>6. Auswertung (15-20 Minuten)</p>



<p>Nach dem Gespräch in den Kleingruppen treffen sich alle in der Großgruppe wieder. Nun haben die TN, Zeit zu teilen, worüber sie in den Kleingruppen geredet haben und was ihnen aus dem Gespräch oder aus den Bausteinen besonders hängen geblieben ist oder welche Fragen sich daraus ergeben haben.</p>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Nach der Assoziationsübung (Schritt 2) und in der Überleitung zu den Bausteinen für Klimagerechtigkeit ist es wichtig, die Beiträge der TN wertzuschätzen, um Frustration der TN zu vermeiden. Eine Wertschätzung kann z.&nbsp;B. durch ein Vorlesen der gesammelten Assoziationen geschehen und durch die Betonung, dass alle Assoziationen und Ideen wichtig sind. Daraus ergeben sich viele Themenfelder, von denen nur manche im weiteren Verlauf der Methode Platz finden werden.</li>



<li>Im Verlauf der Methode ist es wichtig, hervorzuheben, dass Wandel auf unterschiedlichen Ebenen stattfindet. In dieser Methode geht es explizit um politische Maßnahmen, die im Zusammenspiel mit anderen Ebenen des Wandels bekräftigt werden können. Mehr zu dem Thema findet sich im Hintergrundtext der Methode „3 Strategien des Wandels“.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Problem oder Lösung?</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/problem-oder-loesung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Caro Hoffmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2024 11:59:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Anhand von Aufstellungen wird reflektiert, inwiefern digitale Technik in globalen Krisen eine Lösung oder ein Problem ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><br>Anhand von Aufstellungen wird reflektiert, inwiefern digitale Technik in globalen Krisen eher eine Lösung oder ein Problem ist.</p>



<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden (TN) …</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>bauen Hürden ab, sich mit den komplexen Themen Digitalisierung, Klimakrise und globale Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.</li>



<li>erkennen, dass Digitalisierung eine ambivalente Rolle spielt im Bezug auf Klimaschutz und globale Gerechtigkeit.</li>



<li>reflektieren das Potenzial und die Herausforderungen von Digitalisierung in diesem Kontext.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Hintergrund</p>



<p>Digitalisierung wird in der öffentlichen Debatte oft als Lösung im Kontext von Klimakrise und globaler Gerechtigkeit diskutiert. Sie kann Prozesse effizienter gestalten und damit Ressourcen einsparen. Ein Zugang zum Internet ermöglicht mehr Menschen weltweit, sich zu informieren und sich zu vernetzen. Gleichzeitig ist digitale Technik oft ressourcen- und stromintensiv und damit häufig eher „Scheinlösung“ in Klimafragen. Zudem werden im Kontext von Digitalisierung globale Macht- und Ausbeutungsverhältnisse meist eher verfestigt, d.h. die Gestaltungs- und Zugangsmöglichkeiten sowie Gewinne liegen vor allem im Globalen Norden.</p>



<p>Der Hintergrundtext zu dieser Methode führt dies näher aus.</p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Die Aussagen, zu denen sich die TN später positionieren, werden gut lesbar, z.B. auf einzelne Flipchart-Zettel, geschrieben.</p>



<p>Auf je ein Din-A4-Blatt werden die Pole „eine Lösung“ und „ein Problem“ geschrieben. Für die spätere Einstiegsfrage werden zusätzlich die Pole „eine Erleichterung“ und „eine Last“ aufgeschrieben.</p>



<p>Durchführung</p>



<p>1. Einstieg (5 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person führt in die Methode ein, indem sie darauf hinweist, dass digitale Technik immer mehr Bereiche des Lebens und der Gesellschaft durchdringt. Das bringt Vorteile und Nachteile bzw. Herausforderungen mit sich. Es ist wichtig, beide Seiten davon zu betrachten, da Digitalisierung nichts ist, was einfach „passiert“, sondern immer etwas, das Menschen – technisch und politisch – gestalten.</p>



<p>2. Aufstellungen mit Austauschphasen (25-30 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person markiert für die TN am Boden eine ausreichend lange Linie als Skala, auf der sich die TN gleich positionieren können. Dafür legt sie für die TN sichtbar am einen Ende der Skala den Zettel mit der Aufschrift „eine Last“ und am anderen Ende jenen mit der Aufschrift „eine Erleichterung“ auf den Boden (oder hängt die Zettel an die Wand, je nach Möglichkeit im Raum).</p>



<p>Die TN werden eingeladen, sich gleich zu der Aussage, die die anleitende Person vorliest, auf der Skala aufzustellen. Jede Position zwischen den Polen kann eingenommen werden. Es geht darum, wie die TN sie wahrnehmen oder einschätzen – das kann unterschiedlich sein.</p>



<p>Aufstellung a)</p>



<p>Die anleitende Person liest jetzt die erste Aussage bzw. den ersten Satzanfang vor:</p>



<p>„<em>Digitale Technik ist für mich persönlich </em><em>in meinem Alltag </em><em>…“</em> [eine Last – eine Erleichterung]</p>



<p>Die TN nehmen sich kurz Zeit, zu überlegen. Dabei können sie sich schon auf der Skala bewegen und schauen, wie es sich anfühlt an der einen oder anderen Stelle zwischen „eine Erleichterung“ und „eine Last“. Sie können ihre Position auch immer wieder verändern.</p>



<p>Austauschphase:</p>



<p>Wenn alle TN ihre Position gefunden haben, werden sie eingeladen, sich kurz 2-3 Minuten mit einer Person, die nah bei ihnen steht, auszutauschen zu der Frage „Aus welchen Gründen hast du dich hier hingestellt?“.</p>



<p>Danach fragt die anleitende Person in die Gruppe, wer etwas dazu sagen möchte, weshalb sie*er sich so positioniert hat. Es geht in dieser Positionierung nicht um ein klares „Richtig“ oder „Falsch“, sondern um verschiedene Sichtweisen, die alle ernst genommen werden sollen. Die TN sollten nicht dazu gedrängt werden, sich zu ihrer Positionierung zu äußern, sondern können selbst entscheiden, ob und wann sie etwas dazu sagen möchten. Wichtig für die Übung ist aber, dass die verschiedenen Pole bzw. Positionen auf dem Barometer zu Wort kommen.</p>



<p>Während dieser Phase können die TN ihre Position verändern, wenn sie etwas hören, das sie dazu bewegt.</p>



<p>Aufstellungen b) und c)</p>



<p>Für die nächsten beiden Aufstellungen werden die beschrifteten Pole ausgetauscht. Die anleitende Person legt die Zettel mit den Aufschriften „ein Problem“ und „eine Lösung“ aus. Dann liest sie die nächste Aussage/den nächsten Satzanfang vor:</p>



<p>„<em>Digitalisierung ist für Klimaschutz …</em>“ [eine Lösung – Ein Problem]</p>



<p>Dabei geht die anleitende Person für die Aufstellung und Austauschphase so vor, wie oben bei der ersten Aufstellung beschrieben.</p>



<p>Falls hier von den TN wenig unterschiedliche Perspektiven genannt werden, kann die anleitende Person auch Argumente aus dem Hintergrundtext einbringen.</p>



<p>Als dritte und letzte Aufstellung werden die TN eingeladen, sich zu folgender Aussage zu positionieren:</p>



<p>„<em>Digitalisierung ist für globale Gerechtigkeit …“</em> [eine Lösung – ein Problem]</p>



<p>Dabei geht die anleitende Person für die Aufstellung und Austauschphase so vor, wie oben bei der ersten Aufstellung beschrieben. Falls hier von den TN wenig unterschiedliche Perspektiven genannt werden, kann die anleitende Person auch Argumente aus dem Hintergrundtext einbringen.</p>



<p>4. Reflexion (15-20 Minuten)</p>



<p>Alle TN kommen in einem Stuhlkreis zusammen. Hier können zur Reflexion noch folgende Fragen besprochen werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie einfach oder schwer ist es euch gefallen, euch zu positionieren? Was war daran einfach, was schwierig?</li>



<li>Was ist euch bei den Positionierungen und in den Austauschphasen aufgefallen?</li>



<li>[Je nach Gruppe:] Welche Perspektiven waren nicht im Raum? Wer hätte sich vielleicht anders positioniert, weil sie*er anders betroffen (oder strukturell diskriminiert) ist?</li>



<li>Welche Positionen nehmt ihr in der öffentlichen Debatte mehr wahr, welche weniger? Woran könnte das liegen?</li>



<li>Wie geht ihr damit um, wenn etwas so zwiespältig oder ambivalent ist wie die Rolle von Digitalisierung im Bezug auf Klimaschutz oder globale Gerechtigkeit?</li>



<li>Was bedeutet diese Ambivalenz für politische Entscheidungen rund um Digitalisierung?</li>
</ul>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>Je nach Schwerpunkt kann auch nur eine der weiterführenden Fragen bearbeitet werden – zu Klima oder zu globaler Gerechtigkeit.</p>



<p>Wenn es Gruppen schwerfällt, sich im Raum zu positionieren, können die TN auch vorher Gegenstände wählen, die sie anstatt ihrer selbst auf der Skala positionieren.</p>



<p>Die Reflexionsfragen sind sehr unterschiedlich komplex: Sie können je nach Zielgruppe ausgewählt werden.</p>



<p><strong>Durchführung digital</strong></p>



<p>Um die Methode in Online-Formaten durchzuführen, bietet sich für die Aufstellungen ein Online-Whiteboard an, auf dem alle TN etwas markieren/zeichnen/schreiben können. Auf dem Whiteboard wird die Skala mit den Polen abgebildet. Die TN können dann mit einem Symbol oder ihrem Namen eine Position auf der Skala wählen. Es bietet sich an, das vorab mit einer willkürlichen Skala zu testen (z.B. „Ich mag Erdbeereis &#8230;“ [sehr – gar nicht]).</p>



<p>Die kurze Austauschphase mit Personen, die sich ähnlich positioniert haben, entfällt bei der Online-Durchführung.</p>



<p>Es schließt dann gleich die Frage in die Gruppe an, wer sich aus welchen Gründen wie positioniert hat.</p>



<p>Die Abschlussreflexion kann optional zuerst in Kleingruppen durchgeführt werden. Dann können wichtige Aspekte daraus in der Großgruppe zusammengetragen werden, falls online die Zeit für die TN in der Großgruppe zu lang wird. Dabei können die Kleingruppen ihre Gedanken zu den (ausgewählten) Leitfragen der Reflexion auch mittels eines Online-Tools aufschreiben. So werden die Gedanken aus den verschiedenen Gruppen für alle sichtbar.</p>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Bei großen Gruppen ist es oft schwierig, dass sich die TN gut sehen und hören, wenn sie auf der Skala stehen und sprechen. Deswegen kann die Skala als Bogen/Halbkreis geformt werden.</p>



<p>Die Aussagen und Pole sind bewusst so gewählt, dass es keine eindeutige Antwort darauf gibt. Das ist für TN manchmal herausfordernd oder wirkt provokant. Dann kann besonders betont werden, dass es genau darum geht, auszuloten, welche Aspekte eher eine Lösung oder ein Problem darstellen – so kann das Thema besser verstanden werden. Einen Umgang mit Ambivalenz zu lernen ist zudem eine wichtige Aufgabe im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung und globalem Lernen</p>



<p><strong>Möglichkeiten zur Weiterarbeit</strong></p>



<p>Wenn der Schwerpunkt auf Digitalisierung und Klimaschutz lag, bietet sich z.&nbsp;B. eine Weiterarbeit mit der Methode „Rebound-Comics digitale Technik“ an.</p>



<p>Lag der Fokus auf globalen Gerechtigkeitsfragen kann die Methode „Endlich im Netz?“ gut angeschlossen werden. Wenn es grundsätzlich weiter darum gehen soll, welche Möglichkeiten es gibt für eine nachhaltige und faire Gestaltung von Digitalisierung, kann mit den Methoden „Die Zukunft digitaler Technik“ oder „Schritt für Schritt – Digitalisierung global fair gestalten“ weitergearbeitet werden.</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Klimakrise und Kolonialismus</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/klimakrise-und-kolonialismus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Caro Hoffmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2024 11:49:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Teilnehmenden (TN) reflektieren den Zusammenhang zwischen Klimakrise und Kolonialismus in einem stillen Gespräch.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><br>Die Teilnehmenden (TN) reflektieren den Zusammenhang zwischen Klimakrise und Kolonialismus gemeinsam in einem stillen Gespräch.</p>



<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die TN …</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>finden einen Zugang zum Thema Kolonialismus über ihre eigenen und über die Gedanken und Erfahrungen der Gruppe.</li>



<li>reflektieren die Rolle von Kolonialismus im Zusammenhang mit der Klimakrise.</li>



<li>erkennen die Klimakrise als ein weites und komplexes Thema, mit dem viele Aspekte und Fragen verbunden sind.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Hintergrund</p>



<p>Für ein besseres Verständnis der in dem Video angesprochenen Inhalte siehe Arbeitsmaterial. Siehe auch „Tipps für Anleitende“ für die Durchführung der Methode.</p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Die anleitende Person bereitet den Raum so vor, dass das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ufcZE7EbBb0">Video</a> mit Bild und Ton für alle TN hör- und sichtbar abgespielt werden kann. Für die anschließende stille Diskussion werden Flipcharts mit jeweils einer der Reflexionsfragen (siehe Schritt 3 unter Durchführung, „stille Diskussion“) vorbereitet.</p>



<p>Durchführung</p>



<p>1. Einführung (5 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person leitet die Methode ein, indem sie grob den Verlauf der Methode erklärt, sagt, worum es in dem Video geht, und die „Tipps und Hinweise für Anleitende“ berücksichtigt.</p>



<p>Informationen zum Video:</p>



<p>Das Video ist eine Produktion der Tageszeitung TAZ aus dem Jahr 2020.</p>



<p>An dem Video waren folgende Personen beteiligt:</p>



<p>Video: Céline Weimar-Dittmar, Juliane Fiegler und Leonie Sontheimer</p>



<p>Grafiken: Wibke Reckzeh</p>



<p>Musik: Adam Wittke und Motaku</p>



<p>Sprecher*innen: Imeh Ituen (Sozialwissenschaftlerin und Aktivistin), Angela Asomah (Klimaaktivist*in und Referent*in BUNDjugend), Tonny Nowshin (Klima- und Degrowth-Aktivistin) und Kevin Okonkwo (Klimaaktivist)</p>



<p>2. Video (5-10 Minuten)</p>



<p>Das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ufcZE7EbBb0">Video</a> wird abgespielt. Anschließend werden ausschließlich Verständnisfra­gen geklärt, die sich auf Sprache beziehen.</p>



<p>3. Stille Diskussion (15-20 Minuten)</p>



<p>Die Reflexionsfragen werden vorgelesen und auf Flipcharts zusammen mit Stiften im Raum verteilt.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was war im Video neu für dich?</li>



<li>Was ging dir durch den Kopf, als du das Video angeschaut hast? Welche Fragen kamen auf?</li>



<li>Welche Emotionen/Körperwahrnehmungen hast du beim Videoanschauen empfunden?</li>



<li>Welche Rolle hat der Kolonialismus in deiner eigenen Lernbiographie gespielt?</li>



<li>Welche Positionen, Akteur*innen oder Bewegungen zu Klimagerechtigkeit aus dem Globalen Süden kennst du? Welche davon sind wichtig für dich?</li>
</ul>



<p>Die TN können sich zu den Plakaten mit den Fragen stellen, die sie spannend finden, und ihre Gedanken jeweils aufschreiben. Sie müssen nicht zu allen Fragen etwas schreiben. Sie können auf die Kommentare von anderen reagieren.</p>



<p>4. Auswertung (20-30 Minuten)</p>



<p>Die TN haben ca. 5 Minuten Zeit, um sich das Geschriebene auf allen Flipcharts durchzulesen oder sich zumindest ein grobes Bild zu machen. Im Anschluss gruppieren sie sich um ein Flipchart ihrer Wahl und kommen in der jeweiligen Gruppe nochmal für ca. 15 Minuten in ein offenes Gespräch über Themen oder Teilaspekte, die auf dem jeweiligen Flipchart notiert wurden.</p>



<p>Zurück in der Großgruppe können abschließende Gedanken aus den jeweiligen Gruppen miteinander geteilt werden.</p>



<p><strong>Durchführung digital</strong></p>



<p>Bei digitaler Durchführung über eine Videokonferenz kann der Link zu dem Video im Chat mit allen TN geteilt werden, sodass sie es sich jeweils auf ihrem eigenen Endgerät anschauen können. Statt auf Flipcharts werden die Reflexionsfragen untereinander in einem Pad/in einem gemeinsamen Online-Dokument gesammelt und bearbeitet. Die vertiefenden Kleingruppendiskussionen finden in Breakout-Räumen statt.</p>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Content Note: In dem Video sowie im restlichen Verlauf der Methode geht es um Kolonialismus und eine damit einhergehende gewaltvolle Geschichte. Gerade TN, die selbst direkt durch die Folgen des Kolonialismus betroffen sind, sollten bei dieser Methode gut auf sich achten und sich zurückziehen, wenn sie das brauchen. (Am besten vorher der anleitenden Person oder einer anderen Bescheid geben.)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Aktivierung der Untertitel in dem Video baut sowohl sprachliche Barrieren als auch Barrieren für Menschen, die schlecht/gar nicht hören können, ab.</li>



<li>Für Menschen, die nicht (gut) sehen können, ist es wichtig, zu Anfang des Videos transparent zu machen, dass ausschließlich Menschen aus einer betroffenen Perspektive zum Thema Kolonialismus sprechen.</li>
</ul>



<p><strong>Arbeitsmaterial</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Video der TAZ (2020) : Was hat der Kolonialismus mit der Klimakrise zu tun? <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ufcZE7EbBb0">www.youtube.com/watch?v=ufcZE7EbBb0</a>.</li>
</ul>



<p><strong>Quellen und Weiterführendes:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Amnesty International (2023): Klimagerechtigkeit. Denkanstöße und machtkritische Betrachtungen zu wichtigen Begriffen. <a href="http://www.amnesty.de/klimagerechtigkeit-begriffserklaerungen-denkanstoesse">www.amnesty.de/klimagerechtigkeit-begriffserklaerungen-denkanstoesse</a>.</li>



<li>Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (2021): Kolonialismus &amp; Klimakrise. Über 500 Jahre Widerstand. Berlin. <a href="https://www.bundjugend.de/produkt/kolonialismus-und-klimakrise-ueber-500-jahre-widerstand/">www.bundjugend.de/produkt/kolonialismus-und-klimakrise-ueber-500-jahre-widerstand/</a>.</li>



<li>Website des LOCALS UNITED Projekt: <a href="https://www.bundjugend.de/projekte/locals-united/">www.bundjugend.de/projekte/locals-united/</a>.</li>
</ul>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Großer Fuß auf kleiner Erde</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/grosser-fuss-auf-kleiner-erde/</link>
					<comments>https://endlich-wachstum.de/method/grosser-fuss-auf-kleiner-erde/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lea Goncalves-Crescenti]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2024 08:55:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Teilnehmenden (TN) lernen den Ökologischen Fußabdruck und seiner Kritik kennen und beschäftigen sich mit globaler Ungleichheit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Teilnehmenden (TN) lernen den Ökologischen Fußabdruck und Kritik an der individuellen Berechnung kennen und beschäftigen sich mit globaler Ungleichheit im Kontext der Klimakrise.</p>



<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die TN…</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>lernen das Konzept des ökologischen Fußabdrucks kennen.</li>



<li>werden dazu angeregt, den persönlichen Fußabdruck und den Fokus auf individuellen Konsum in Nachhaltigkeitsdebatten kritisch zu reflektieren.</li>



<li>stellen den Zusammenhang zwischen dem ökologischen Fußabdruck und globalen Gerechtigkeitsfragen her und reflektieren in dem Kontext ihre eigenen Bedürfnisse und Gerechtigkeitsvorstellungen.</li>



<li>erkennen Handlungsmöglichkeiten und Ansätze, um Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p><strong>Vorbereitung</strong></p>



<p>Die anleitende Person macht sich mit dem Konzept des ökologischen Fußabdrucks vertraut. Dafür liest sie den Hintergrundtext für Anleitende, macht selbst den Fußabdruck-Test und schaut sich das Video an. Das Video ist auf Englisch. Es können Untertitel auf Deutsch hinzugefügt werden und ggf. die Geschwindigkeit angepasst werden (siehe Tipps und Tricks für Anleitende).</p>



<p>Für 3. wählt die anleitende Person auf der Website des Global Footprint Network(<a href="https://data.footprintnetwork.org/#/">https://data.footprintnetwork.org/#/</a>) vier bis sechs Länder aus und notiert jeweils deren Pro-Kopf-Fußabdruck. Es bietet sich an, Länder mit sehr unterschiedlich hohem Fußabdruck zu wählen.</p>



<p><strong>Durchführung</strong></p>



<p>1. Einstieg (5 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person stellt in einem kurzen Input zunächst den ökologischen Fußabdruck als Messmethode für den menschlichen Verbrauch natürlicher Ressourcen vor. Grundlage dafür bildet der Hintergrundtext für Anleitende (siehe Material zum Download). Dabei ist es sinnvoll, zu Beginn nicht zu tief in die Messmethode des Fußabdrucks einzusteigen, sondern lediglich die Grundlagen zu klären. Für den folgenden Part ist es wichtig, dass die TN den durchschnittlichen globalen Fußabdruck (2022: 2,7 gha), den durchschnittlichen Fußabdruck in Deutschland (2022: 4,5 gha) und die durchschnittlich verfügbare Biokapazität (2024: 1,6 gha) kennen. Diese drei Zahlen sollten an der Pinnwand visualisiert werden, um sie für die Weiterarbeit präsent zu halten. Verständnisfragen sollten sofort geklärt werden.</p>



<p>2. Individueller Fußabdruk (35 Minuten)</p>



<p>Die TN berechnen ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck und setzen sich kritisch mit dem Konzept des ökologischen Fußabdrucks auseinander. Sie nutzen dafür den Fußabdruck-Test von Brot für die Welt. Dafür scannen sie mit ihren mobilen Endgeräten den ausgedruckten QR-Code (siehe Material zum Download) und klicken sich selbstständig durch die Bereiche Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum. Nach den jeweiligen Zwischenergebnissen erhalten sie ein Endergebnis, in dem der persönliche ökologische Fußabdruck im Vergleich zum durchschnittlichen in Deutschland sowie im Vergleich zur globalen Biokapazität gezeigt wird. Außerdem gibt es einen Hinweis auf den kollektiven Fußabdruck, also jenen ökologischen Verbrauch, der durch die Infrastruktur in Deutschland gegeben ist, ganz unabhängig vom persönlichen Verbrauch.</p>



<p>Direkt im Anschluss erklärt die anleitende Person, dass es auch Kritik am Konzept des ökologischen Fußabdrucks gibt und zeigt ein kurzes Video (Ausschnitt aus: DW „Why Big Oil loves to talk about your carbon footprint“, https://www.youtube.com/watch?v=vqZVCEnY-Us, Minute 0:00-03:14). Das Video ist auf Englisch mit deutschen Untertiteln.</p>



<p>Danach werden die Ergebnisse aus dem Fußabdruck-Test und die Informationen aus dem Video zusammen ausgewertet. Folgende Fragen können dazu genutzt werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie ging es euch beim Beantworten der Fragen?</li>



<li>Seid ihr überrascht über euer Ergebnis?</li>



<li>Was glaubt ihr: Warum ist euer persönlicher Fußabdruck so groß oder klein?</li>



<li>An welchen Stellschrauben des Abdrucks könntet ihr noch etwas ändern und worauf habt ihr eigentlich keinen Einfluss? Welche Möglichkeiten seht ihr, den kollektiven Fußabdruck zu verkleinern?</li>



<li>Kann jede*r in Deutschland und auch global an denselben Stellschrauben drehen oder gibt es da Unterschiede?</li>



<li>Im Video fragt sich der Protagonist: „Sollte ich mich wegen meines ökologischen Fußabdrucks schuldig fühlen? Oder lenken diese Forderungen nach persönlichen Opfern nur von echten Lösungen für das Klima ab?“ Was denkt ihr zu dieser Frage?</li>
</ul>



<p>3. Ländervergleich (10-15 Minuten) </p>



<p>Im nächsten Schritt setzen sich die TN mit dem globalen Vergleich von ökologischen Fußabdrücken verschiedener Länder auseinander.</p>



<p>Hierzu wird zunächst auf dem Boden mit Klebeband oder Kreide eine Linie markiert, die genügend Platz dafür bietet, dass sich alle TN problemlos darauf positionieren können. Ausgehend vom durchschnittlichen globalen Fußabdruck (2022: 2,7 gha) sollen die TN nun die Größe der Fußabdrücke verschiedener Länder schätzen. Ein Ende der Linie steht für „sehr viel größer als der durchschnittliche globale Fußabdruck“, das andere Ende für „sehr viel kleiner als der durchschnittliche globale Fußabdruck“. Das Spektrum kann von Land zu Land variieren. (Bei den USA bietet es sich eher an, die Pole auf „mehr als viermal so groß“ und „so groß wie der durchschnittliche globale Fußabdruck“ festzusetzen.)</p>



<p>Die anleitende Person nennt ein Land und die TN stellen sich auf der markierten Linie gemäß ihrer Einschätzung auf. Nachdem sich die TN positioniert haben, können sie ihre Einschätzung begründen, bevor dann die tatsächliche Größe der Länder-Fußabdrücke aufgelöst wird. Es bietet sich an, Aufstellungen zu maximal sechs Ländern zu machen.</p>



<p>4. Auswertung (10-15 Minuten)</p>



<p>Für die Auswertung können folgende Fragen verwendet werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was ermöglicht uns ein Blick auf den ökologischen Fußabdruck? Welche Informationen liefert er uns? Welche liefert er uns aber auch nicht?</li>



<li>Was ist der Unterschied zwischen dem persönlichen Fußabdruck und dem nationalen Fußabdruck? Welcher ist eurer Meinung nach aussagekräftiger?</li>



<li>Welche Länder haben einen besonders großen Fußabdruck und wie lässt sich das erklären?</li>



<li>Seht ihr einen Zusammenhang zwischen materiellem Wohlstandsniveau und Größe des Fußabdrucks?</li>



<li>Der nationale Fußabdruck sagt nichts darüber aus, welche Bevölkerungsgruppen eines Landes wie stark zum Fußabdruck beitragen. Welche Unterschiede gibt es eurer Meinung nach?</li>



<li>Wo seht ihr Zusammenhänge zwischen ökologischem Fußabdruck und Wirtschaftswachstum?</li>



<li>Was sind mögliche Konsequenzen für unsere Wirtschaften, wenn wir zukünftig innerhalb der Grenzen der Erde leben wollen?</li>
</ul>



<p><br>5. Abschluss (20-30 Minuten)</p>



<p>Zum Abschluss dieser Einheit können die TN eigene Ideen und Empfehlungen sammeln, die zur Senkung des ökologischen Fußabdrucks in Deutschland beitragen würden. Dabei soll es vorrangig nicht um individuelle Konsumentscheidungen gehen, sondern um (zivil-)gesellschaftliche Ideen und politische Maßnahmen, die dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck der gesamten Bevölkerung zu verringern. Dazu bilden sich Kleingruppen, die auf Plakaten stichpunktartig ihre Empfehlungen notieren und sie dann in der Großgruppe präsentieren.</p>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>Die Methode ist sehr umfangreich und dauert in ihrer Gänze sehr lange. Wenn im Rahmen einer Bildungsveranstaltung nicht so viel Zeit ist, kann die Methode gekürzt werden, indem einzelne Teile davon weggelassen werden.</p>



<p>So kann z.&nbsp;B. der Fokus auf entweder den persönlichen Fußabdruck und die Kritik daran (1. und 2.) oder auf den Ländervergleich und die großen Unterschiede zwischen Ländern des Globalen Nordens und Ländern des Globalen Südens (1. und 3.) gelegt werden. Falls alle TN erst kürzlich den Fußabdruck-Test gemacht haben, kann 2. übersprungen werden. Die Sammlung von Ideen zur Reduktion des Fußabdrucks (4.) kann bei dieser Methode weggelassen werden, wenn mit einer anderen lösungs- oder handlungsorientierten Methode weitergearbeitet wird, z.&nbsp;B. „Eine andere Welt im Bau“, „Wer macht den Wandel?“.</p>



<p><strong>Durchführung digital</strong></p>



<p>Die Methode kann mit folgenden Anpassungen auch im digitalen Raum durchgeführt werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>1. und 2. können so übernommen werden, wie oben beschrieben. Das Video kann über „Bildschirm teilen“ gezeigt werden oder die TN erhalten den Link über den Chat und schauen sich das Video jede*r für sich an.</li>



<li>3. Globaler Vergleich von ökologischen Fußabdrücken verschiedener Länder: Die TN werden in Kleingruppen à 3-4 Personen geteilt und erhalten Zugang zur Website des Footprint Networks: <a href="https://data.footprintnetwork.org/#/">https://data.footprintnetwork.org/#/</a>. Die anleitende Person kann die Seite auch kurz über „Bildschirm teilen“ zeigen. Die TN erhalten die Aufgabe, als Gruppe jeweils zwei Länder zu suchen, deren Fußabdruck unter dem nachhaltigen Durchschnitt der Biokapazität (Stand 2024: 1,6 gha) liegt, zwei Länder ungefähr auf dem Durchschnitt und zwei Länder, die deutlich darüber liegen. Zurück in der großen Gruppe stellen die Gruppen jeweils die gefundenen Länder vor. Danach geht die Gruppe in die gemeinsame Auswertung.</li>



<li>4. Ideen zur Senkung des ökologischen Fußabdrucks: Zum Abschluss der Einheit können die TN ihre Ideen für eine Reduktion des Fußabdrucks in Deutschland in einem Online-Wortwolken-Tool brainstormen. Dafür teilt die anleitende Person den passenden Link und die TN tippen all ihre Ideen in das Tool. Anschließend sehen die TN die Ideen aller in einer Wortwolke und können sich ggf. noch kurz darüber austauschen.</li>
</ul>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Anleitung Video:</p>



<p>Das Video ist auf Englisch. Um Untertitel auf Deutsch hinzuzufügen, auf das Symbol für „Einstellungen“ klicken → Untertitel → automatisch übersetzen → Deutsch. Auf das Symbol „Untertitel“ klicken, um die Untertitel einzublenden. Der für die Methode relevante Ausschnitt ist von Minute&nbsp;0:00 bis Minute&nbsp;3:14.</p>



<p>Das Video ist außerdem sehr schnell. Je nach Zielgruppe bietet es sich an, die Wiedergabegeschwindigkeit auf 0,75 zu reduzieren. Dafür auf das Symbol für „Einstellungen“ klicken → Wiedergabegeschwindigkeit → 0,75.</p>



<p>Der Fußabdruck ist eine gute Möglichkeit, den Verbrauch ökologischer Ressourcen zu visualisieren und damit für die Bildungsarbeit fruchtbar zu machen. Gleichzeitig ist der Fußabdruck eine sehr komplexe Messmethode. Daher ist es sinnvoll, sich als anleitende Person ausführlicher mit dem Thema zu beschäftigen und den Hintergrundtext (siehe Material zum Download) für Anleitende eingehend zu lesen.</p>



<p>Bei der Methode ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass die TN sich auch kritisch mit dem persönlichen Fußabdruck und seiner Geschichte auseinandersetzen. Bei der Berechnung des persönlichen Fußabdrucks soll darauf geachtet werden, dass es nicht zu extremen Vergleichssituationen zwischen TN kommt oder einzelne TN zur Schau gestellt werden. Die Methode fordert ein Bewusstsein dafür, dass individuell nachhaltiges Verhalten häufig nur mit Privilegien möglich ist. So ist z.&nbsp;B. Bahnfahren meist teurer als Fliegen. Biologisches und regionales Essen aus Direktvermarktung ist oft teurer als konventionelles aus dem Supermarkt. Genauso ist die Frage nach der Reduktion von Flugreisen eine ganz andere für Menschen, deren Familie auf einem anderen Kontinent wohnt. Gleichzeitig wird durch die Methode nur teilweise sichtbar, dass die Bevölkerungsgruppe, die am stärksten für Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, reiche Menschen sind. Arme und strukturell diskriminierte Personen tragen weit weniger zum durchschnittlichen ökologischen Fußabdruck eines Landes bei. Der Fokus auf individuelles Konsumverhalten in der Nachhaltigkeitsdebatte kann daher klassistische Diskriminierung (= die Abwertung und Ausgrenzung aufgrund der sozialen Herkunft oder Klassenzugehörigkeit) reproduzieren. Daher gilt es, insbesondere während der Auswertung Bewusstsein für die Dimension sozialer Ungleichheit bei den TN zu schaffen.</p>



<p>Ein stärkeres individuelles Bewusstsein für nachhaltiges Konsumieren ist zwar sinnvoll, aber bei weitem nicht ausreichend, um wirklich großflächig Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Die größten Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland sind Energiewirtschaft, Industrie und Verkehr. Individuen können nur sehr begrenzt Einfluss auf diese Sektoren nehmen. Wenn es um Möglichkeiten zur Reduktion des Fußabdrucks geht, ist es daher wichtig, dass die TN nicht allein bei individuellen Handlungsmöglichkeiten in Form von „nachhaltigem Konsum“ bleiben, sondern auch darüber gesprochen wird, was auf politischer und gesellschaftlicher Ebene getan werden muss, um Emissionen zu senken und der Klimakrise und globaler Ungleichheit zu begegnen.</p>



<p><strong>Möglichkeiten zur Weiterarbeit</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Stimmen aus der Geschichte &#8211; Kapitalismus, Autobahn im Kopf, Kolonialismus und Klimakrise</li>



<li>Wer macht den Wandel, 3 Strategien für den Wandel</li>
</ul>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der*die perfekte Aktivist*in</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/perfekter-aktivistin/</link>
					<comments>https://endlich-wachstum.de/method/perfekter-aktivistin/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Caro Hoffmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2024 08:26:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Teilnehmende reflektieren über (unrealistische und nicht hilfreiche) Idealvorstellungen von und Ansprüche an Aktive im Engagement für globale Gerechtigkeit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Teilnehmenden (TN)…</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>erkennen Widersprüchlichkeit und Unerreichbarkeit von (eigenen) Anforderungen, die oft unausgesprochen bleiben.</li>



<li>hinterfragen Annahmen über versteckte Hierarchien hinsichtlich Wissen, Fähigkeiten, Unverletzbarkeit usw.</li>



<li>fühlen sich bestärkt, sich langfristig für eine sozial-ökologische und global gerechte Welt einzusetzen.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Hintergrund</p>



<p>Die Übung „Der*die perfekte Aktivist*in“ kommt aus den Themen Nachhaltiger Aktivismus und individuelle/kollektive Resilienz (Widerstands- und Erholungsfähigkeit in Krisen). Menschen, die sich für einen sozial-ökologischen Wandel und globale Gerechtigkeit einsetzen, sind konstant mit den multiplen Krisen dieser Welt in Kontakt und tragen oft hohe Ansprüche an sich selbst und andere mit sich.</p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Es wird ein Flipchart mit einem Strichmenschen darauf in der Mitte der TN platziert.</p>



<p>Durchführung</p>



<p>1. Einleitung (3 Minuten)</p>



<p>Die anleitende Person formuliert einleitende Worte, z.B.:</p>



<p>„Wir machen jetzt eine Übung, um uns damit zu beschäftigen, welche Erwartungen ihr eigentlich an euch selbst und andere im Kontext des eigenen Engagements habt. Ihr kennt vielleicht das Gefühl, dass es in eurem Umfeld Aktive gibt, die einfach alles richtig machen, oder jedenfalls „besser als ich“. Das wollen wir hier spielerisch offenlegen und aussprechen.</p>



<p>2. Reflexion (2 Minuten)</p>



<p>Die TN sitzen im Kreis und das Flipchart mit dem aufgemalten Strichmenschen liegt in der Mitte. Die anleitende Person stellt einleitende Fragen und lädt die TN dazu ein, diese 2 Minuten alleine auf sich wirken zu lassen.</p>



<p>Beispielfragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was kann die*der perfekte Aktivist*in?</li>



<li>Was macht sie?</li>



<li>Woher kommt die Person?</li>



<li>Wovon und wofür lebt sie?</li>



<li>Wie ist der Alltag der Person?“</li>



<li>Wie geht es der Person?</li>



<li>Was braucht sie?</li>
</ul>



<p>Diese Fragen können je nach Tätigkeitsbereich/Engagement angepasst und erweitert werden.</p>



<p>3. Assoziationsübung (10 Minuen)</p>



<p>Die TN können frei assoziieren und ihre Gedanken in die Runde werfen, was alles Ansprüche eine*r perfekte*n Aktivist*in sind. Die anleitende Person schreibt die Begriffe um den Strichmenschen herum auf das Flipchart. Einander widersprechende Assoziationen werden dabei ebenfalls aufgeschrieben.</p>



<p>Je nach Entwicklung der Assoziationen können die anleitenden Personen auch bewusst auf Widersprüche zwischen den einzelnen Assoziationen hinweisen, bzw. weitere solche einladen, Fragen zu noch ungenannten Bereichen stellen, etc.</p>



<p>4. Auswertung (10 Minuten)</p>



<p>Zur Auswertung in der Großgruppe eignen sich folgende Fragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gefühle einladen: Was haben diese Ansprüche in euch ausgelöst?</li>



<li>Wo fallen euch Widersprüche auf?</li>



<li>Ist das überhaupt erfüllbar?</li>



<li>Welche Systeme/Denkmuster erkennt ihr in diesen Ansprüchen Systeme/Denkmuster, die ihr eigentlich kritisieren, verändern oder abschaffen wollt? (z.B. Leistungsdenken, Konkurrenz, etc.)</li>



<li>Die Ansprüche abstreifen: Einladen zum Körper ausschütteln oder abstreifen.</li>
</ul>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>Nach dem gemeinsamen Sammeln der Begriffe auf dem Flipchart gehen die TN in eine Einzelarbeit, in der sie entweder 10 Minuten freewriten (in einem Schreibfluss bleiben) oder malen. Folgende Fragen werden den TN mitgegeben:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>wo erkenne ich diese Ansprüchen in mir?</li>



<li>welche Anforderungen davon erlebe ich als Stress?</li>



<li>was wünsche ich mir von Menschen in meinem Umfeld in stressigen Situationen/Phasen?</li>
</ul>



<p>Nach den 10 Minuten Einzelarbeit gehen die TN in einen 10-15 minütigen Kleingruppen-Austausch über ihre Erfahrungen. Diese werden nicht mehr in der Großgruppe geteilt.</p>



<p><strong>Durchführung Digital</strong></p>



<p>Es braucht ein Online Tool, indem auf einer Präsentationsfolie ein aufgemalter Strichmensch oder ein Kopf einer Person dargestellt ist. Die assoziierten Begriffe der TN werden in den Chat geschrieben und von der anleitenden Person laut vorgelesen.</p>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Bei mehreren anleitenden Personen: Es hat sich bewährt, das ein*e Anleitende moderiert, während der*die andere Anleitende die genannten Assoziationen der TN mitschreibt.</p>



<p>Die Methode ermöglicht eine Reflexion darüber, wie unerreichbar, stressauslösend und oft widersprüchlich die Ansprüche sein können. Sie ermöglicht den TN einen Zugang zum Thema Resilienz und lädt TN zum Sprechen ein. Darüber hinaus stößt sie ein „Verlernen“ von eigenen Ansprüchen an, sowohl individuell als auch auf Gruppen- bzw. kollektiver Ebene.</p>



<p>Die Methode ist in diversen Tätigkeitsfeldern anwendbar, z.B. Freiwilligendienste, Bildungsarbeit, Rollenfragen in Gruppen, etc.</p>



<p>Gebt den TN Zeit, sich in die jeweiligen Ansprüche hinein zu fühlen. Dazu können je nach Kontext noch weitere Fragen zum*zur perfekte*n Aktivist*in in den Raum gegeben werden.<br>z.B.: „Was für Kleidung trägt die Person? Wie ernährt sie sich? Woher kommt ihr Wissen? Wie verhält die Person sich gegenüber anderen?“<br>Die Fragen und Antworten können überspitzt sein. Wichtig ist es, die aufgekommenen Ansprüche danach zu entmystifizieren und in einem Realitätscheck zu merken, dass sie gar nicht unser gemeinsames Ziel sind, dass sie auch ohnehin unerfüllbar und wahrscheinlich in sich widersprüchlich sind. Oft kann es etwas dauern, bis TN realisieren, dass es darum geht, die genannten Ansprüche in Frage zu stellen. Wenn dadurch z.B. ein merklicher Moment der Erleichterung in der Gruppe passiert, kann es sinnvoll sein, das in der Reflexion auch zu benennen und zu thematisieren.</p>



<p><strong>Methode erstellt in Kooperation mit: </strong></p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="482" height="303" src="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2024/09/radixlogo-6.png" alt="" class="wp-image-6245" style="width:143px;height:auto" srcset="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2024/09/radixlogo-6.png 482w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2024/09/radixlogo-6-300x189.png 300w" sizes="(max-width: 482px) 100vw, 482px" /></figure>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="225" src="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2024/09/DE_Co-fundedbytheEU_RGB_POS-4-1024x225.png" alt="" class="wp-image-6248" style="width:257px;height:auto" srcset="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2024/09/DE_Co-fundedbytheEU_RGB_POS-4-1024x225.png 1024w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2024/09/DE_Co-fundedbytheEU_RGB_POS-4-300x66.png 300w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2024/09/DE_Co-fundedbytheEU_RGB_POS-4-768x169.png 768w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2024/09/DE_Co-fundedbytheEU_RGB_POS-4-1536x337.png 1536w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2024/09/DE_Co-fundedbytheEU_RGB_POS-4-2048x450.png 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="has-small-font-size">Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ich fühl&#8217;s (nicht)</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/ich-fuehls-nicht/</link>
					<comments>https://endlich-wachstum.de/method/ich-fuehls-nicht/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Caro Hoffmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Mar 2023 10:47:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Durch eine Körperübung und Reflexionen mit Emotionskärtchen erweitern  die TN ihren Blick auf die psycho-sozialen Auswirkungen von Klimakrise und globaler Ungerechtigkeit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die TN erweitern ihren Blick auf die psycho-sozialen Auswirkungen von Klimakrise und globaler Ungerechtigkeit durch eine Körperübung und Reflexionen mit Emotionskärtchen.</p>



<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden (TN)…</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>erweitern ihren Blick auf die psycho-sozialen Auswirkungen von Klimakrise und globaler Ungerechtigkeit</li>



<li>finden einen (ersten) Zugang zu ihren eigenen Emotionen hinsichtlich Klimakrise und anderen gesellschaftlichen Herausforderungen</li>



<li>entdecken Verbundenheit mit sich und ihrer Mitwelt und fühlen sich in ihren Handlungsmöglichkeiten gestärkt</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>Hintergrund</p>



<p>Aus wissenschaftlicher Perspektive ist eindeutig belegt, dass Emotion und Kognition (also Fühlen und Verstehen) tief miteinander verwoben sind und sich wechselseitig beeinflussen. Menschen erleben alles auf emotional-kognitive Art und Weise. Selbst wenn Emotionen nicht bewusst wahrgenommen werden, haben sie einen großen Einfluss darauf, wie Menschen Situationen bewerten und wie sie sich verhalten. Emotionen sind innere Gemütsregungen – eine psychophysische Bewegtheit, die durch eine Situation ausgelöst wird. Ein bewusstes Wahrnehmen unserer Emotionen kann uns Informationen über unser Verhalten und die dahinterliegenden Bedürfnisse, liefern.</p>



<p>Auch im Kontext von Klimakrise, globaler Ungleichheit und Nachhaltigkeit spielen Emotionen eine zentrale Rolle. Junge Menschen erleben z.B. Angst, Hilflosigkeit, Trauer, Frustration und Ärger hinsichtlich der globalen Gegenwart und Zukunft. Gleichzeitig sind Gefühle wie Hoffnung und Zuversicht eine wichtige Voraussetzung für nachhaltiges Handeln. In der Bildungsarbeit zu diesen Themen ist es daher einerseits wichtig, unangenehmen Emotionen Raum zu geben und sie Ernst zu nehmen, anstatt sie zu ignorieren oder wegzuschieben. Andererseits geht es auch darum, positive Emotionen zu fördern. Diese können den Umbau von Synapsenstrukturen und damit Lernprozesse fördern, wertschätzende und komplexe Beziehungen ermöglichen und zu nachhaltigem, sozialem Handeln inspirieren und anregen. Die Verbalisierung von Emotionen kann zu einer bewussteren Wahrnehmung und einem reflektierten Umgang führe. Außerdem kann sie zu der Feststellung führen, dass man mit den eigenen Gefühlen nicht allein ist.</p>



<p>In dieser Methode geht es darum, eine erste Annäherung an die eigenen Emotionen im Kontext von Klimakrise und globalen Zusammenhängen zu ermöglichen.</p>



<p>Ein achtsamer Umgang mit sich selbst und den anderen TN ist für die Methode sehr wichtig. Das beinhaltet für die TN, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und nur soweit mitzumachen und so tief hineinzugehen, wie es sich stimmig anfühlt. Dabei ist wichtig, mitzudenken, dass es sich hier um eine Bildungsveranstaltung handelt, und nicht um ein therapeutisches Setting.</p>



<p>Vorbereitung</p>



<p>Die anleitende Person macht sich mit dem Begleittext für die Meditation vertraut. Die Kärtchen mit den Emotionen (siehe Material zum Download) werden ausgedruckt und ausgeschnitten. Es bietet sich an, die Kärtchen jeweils mindestens 2-fach auszudrucken und dann in der Durchführung bereitzulegen, damit möglichst für alle TN die ganze Auswahl zur Verfügung steht.</p>



<p>Durchführung</p>



<p>1. (10 -15 Minuten) Körperübung</p>



<p>Die anleitende Person erzählt kurz etwas zum Kontext der Methode und erklärt, warum es wichtig ist, sich im Kontext von Klimakrise und globaler Ungleichheit mit Emotionen zu beschäftigen. Sie kann sich dabei auf die in <em>Hintergrund</em> angeführten Informationen beziehen. Im Anschluss führt sie durch eine kurze Meditation mithilfe des Begleittextes (siehe Material zum Download).</p>



<p>2. (10 Minuten) Selbstreflexion</p>



<p>Anschließend werden die Kärtchen mit Emotionen im Raum offen ausgelegt und die TN können herumgehen und sich ein Kärtchen nehmen.</p>



<p>Die anleitende Person betont, dass Menschen verschiedene Emotionen im Körper tragen können. Diese Emotionen können sich stärker oder schwächer anfühlen und mehr oder weniger bewusst sein. In der kommenden Übung wird es darum gehen, sich auf die Emotion auf dem Kärtchen zu konzentrieren. Wenn die TN sich der Emotion auf dem Kärtchen gerade nicht zuwenden wollen, können sie das Kärtchen zurücklegen und ein anderes nehmen. Sobald alle ein Kärtchen haben, haben die TN kurz Zeit, sich der Emotionen auf ihrem Kärtchen zuzuwenden. Woher kennen sie die Emotion? Wie fühlt sie sich im Körper an? Wo ist sie spürbar?</p>



<p>3. (30 Minuten) Offene Sätze</p>



<p>Dann kommen die TN jeweils zu zweit zusammen und setzen sich einander gegenüber für eine Gesprächsübung. Sie entscheiden, wer von den beiden beginnt, in der Übung zu sprechen.</p>



<p>Die Person hat 12 Minuten Zeit, folgende Fragen zu beantworten (pro Frage 3 Minuten).</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wenn du dir Gedanken machst, über die Welt, die Gesellschaft, in der du lebst und die natürliche Mitwelt (hier können Themenfelder eingefügt werden, die in vorangegangenen Einheiten behandelt wurden. z.B. aktuelle Krisen und Herausforderungen, Möglichkeiten und Veränderungsprozesse): Was sind Themen, Situationen oder Prozesse, die diese Emotion (auf deiner Karte) in dir ansprechen?</li>



<li>Wie macht sich diese Emotion (auf deiner Karte) bei dir bemerkbar? Wo und wie nimmst du sie wahr? Was beeinflusst sie?</li>



<li>Wie gehst du damit um? Was machst du, wenn du diese Emotion wahrnimmst?</li>



<li>Welche weiteren Emotionen nimmst du gerade wahr? Wo und wie spürst du sie?</li>
</ul>



<p><em>Hinweise zur Gesprächsführung:</em></p>



<p>Die Fragen werden von der anleitenden Person nacheinander vorgelesen. Zuerst wird die erste Frage vorgelesen und direkt beantwortet. Nach 3 Minuten wird die nächste Frage vorgelesen und beantwortet, usw. Danach werden die Rollen getauscht. Die Person, die zuerst zugehört hat, antwortet nun auf die Fragen und die andere Person hört zu. Es gibt hier kein „richtig“ oder „falsch“. Es kann helfen, sich die Meditationsübung vom Anfang in Erinnerung zu rufen, um beim Antworten nicht vor allem im Kopf zu sein, sondern den ganzen Körper mitzunehmen. Es darf auch innegehalten oder kurz geschwiegen werden.</p>



<p>Die andere Person hört aufmerksam zu und ist mit ihrer Aufmerksamkeit ganz bei der sprechenden Person. Sie begegnet der sprechenden Person mit Offenheit und Wertschätzung, unterbricht diese nicht und teilt keine eigene Einschätzung, Bewertung oder Meinung dazu. Wenn erwünscht können Rückfragen gestellt werden.</p>



<p>Schließlich haben die TN noch 5 Minuten Zeit, um zu zweit zu reflektieren:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie ging es dir beim Sprechen? Wie leicht oder schwer ist es dir gefallen, dich in die Emotion hineinzufühlen?</li>



<li>Wie ging es dir beim Zuhören? Was war herausfordernd? Was war angenehm?</li>



<li>Was fandest du interessant?</li>
</ul>



<p>4. Auswertung (10-15 Minuten)</p>



<p>Danach kommen wieder alle zusammen und die anleitende Person stellt folgende Fragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Emotionen kommen häufig auf, wenn es um die Klimakrise und soziale Ungerechtigkeit geht?</li>



<li>Zu welchen Emotionen fällt es leichter/schwerer, Zugang zu finden?</li>



<li>Wie gehst du mit diesen Emotionen um?</li>



<li>Welche Auswirken haben unsere Emotionen darauf, wie wir über die Welt sprechen und wie wir handeln?</li>



<li>Welche Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen können entstehen, wenn Emotionen in der Auseinandersetzung mit sozialen und ökologischen Krisen eine größere Aufmerksamkeit bekommen?</li>
</ul>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>Diese Methode eignet sich in abgekürzter Variante auch als Einstieg für andere Methoden zu Klimakrise und globaler Gerechtigkeit. Dafür werden die Emotionen-Kärtchen im Raum aufgelegt und die anleitende Person fragt „Wenn ich an die aktuelle Situation der Welt / Zukunft der Welt denke, welche Emotionen spüre ich dann?“. Die TN können sich zu einem Kärtchen stellen, das am meisten zutrifft und sich mit anderen TN kurz dazu austauschen, warum sie hier stehen.</p>



<p><strong>Durchführung digital</strong></p>



<p>Die Methode kann mit folgenden kleinen Anpassungen digital durchgeführt werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>1. Körperübung: Für die Meditation können sich die TN einen angenehmen Platz an ihrem jeweiligen Ort, ggf. außer Sichtweite der Kamera, suchen.</li>



<li>2. Selbstreflexion: Die Emotionen-Kärtchen können als Dokument an alle geschickt werden, oder in einem Online-Whiteboard visualisiert werden.</li>



<li>3. Offene Sätze: Sie finden in Breakout-Räumen à 2 Personen statt. Die Fragen werden zuvor über den Chat geteilt. Die zuhörende Person behält die Zeit im Blick und stellt nacheinander die Fragen aus dem Chat. Danach wird selbstständig gewechselt. Diese Übung erfordert im Online-Format ein höheres Maß an Selbstorganisation der TN. Bei wenig erfahrenen Gruppen bietet es sich an, beim Wechsel der sprechenden Person, sowie vor der Reflexion zu zweit, einmal kurz im Hauptraum zusammenzukommen, mögliche Fragen oder Unklarheiten zu klären und dann wieder in die Breakout-Räume zu gehen.</li>
</ul>



<p>Die Tipps und Hinweise für Anleitende sind bei der digitalen Durchführung stark zu beachten. Auch hier gilt, dass ein gewisses Vertrauen zwischen den TN und der anleitenden Person Voraussetzung für die Methode ist. Der digitale Raum kann sich für manche TN weniger vertrauensvoll anfühlen. Die Stimmung kann im digitalen Raum für die anleitende Person schwerer greifbar sein. Gleichzeitig bietet der digitale Raum niedrigschwellige Möglichkeiten für die TN, auf sich zu achten und ggf. aus der Übung herauszuziehen.</p>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Bei dieser Übung braucht es Vertrauen der TN für die Gruppe und die anleitende Person. Je nach Zielgruppe ist es möglich, dass TN bisher wenig in bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Emotionen gegangen sind. Dafür ist es wichtig, vorher kurz zu erklären, was während der Übung passieren wird und zu betonen, dass die TN soweit mitmachen sollen, wie sie sich wohl fühlen.</p>



<p>Eine angeleitete Meditation bietet eine Möglichkeit, um ein Bewusstsein der TN zu stärken, und sich selbst und ihre Mitwelt wahrzunehmen. Der Begleittext (siehe Material zum Download) kann individuell durch die anleitende Person verändert oder angepasst werden. Zwischen den jeweiligen Sätzen soll genug Pause zum Atmen und Wahrnehmen sein.</p>



<p>Für manche Zielgruppen kann es herausfordernd sein, länger am Stück über die eigenen Emotionen zu sprechen. Ggf. können in 3. <em>Offene Sätze</em> die Fragen reduziert und die Zeit pro Person auf insgesamt 5 Minuten begrenzt werden.</p>



<p><strong> Quellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eigene Anpassung in Anlehnung an die Methode “Offene Sätze”, in: Macy, Joanna; Chris Johnstone, Chris: Hoffnung durch Handeln: Dem Chaos standhalten, ohne verrückt zu werden. Paderborn: Junfermann, S. 72</li>



<li><a></a>Blum, J. (2021): Transformatives Lernen durch Engagement. Ein Handbuch für Kooperationsprojekte zwischen Schulen und außerschulischen Akteur*innen im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Umweltbundesamt. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/final_hauptdok_uba_handbuch_transformatives_lernen_bfrei.pdf">https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/final_hauptdok_uba_handbuch_transformatives_lernen_bfrei.pdf</a> (14.01.24)</li>



<li>Grund, J. / Brock, A. (2019): Why We Should Empty Pandora’s Box to Create a Sustainable Future: Hope, Sustainability and its Implications for Education. Sustainability, 11, 893.</li>



<li>van Bronswijk, K. / Hausmann, C. (Hrsg.) ( 2022): Climate Emotions. Klimakrise und Psychische Gesundheit. Gießen: Psycho-Sozial Verlag</li>



<li>Waldow-Meier, S. (2022): Zwischen Zukunftsangst und Zukunftsmut. Zur Rolle von Emotionen in der Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Krisen und antizipierter Unsicherheit von Zukunft, Gerhard de Haan Verlag.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Eine andere Welt im Bau &#8211; Digitale Technik</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/eine-andere-welt-im-bau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannes Welk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 14:15:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Teilnehmenden wählen jeweils ein eine Initiative aus, die sich kritisch-konstruktiv mit Digitalisierung in unserem Wirtschaftssystem auseinandersetzt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Teilnehmende tauschen sie sich in Gruppen über Initiativen/Alternativen aus die sich mit Digitalisierung in unserem Wirtschaftssystem auseinandersetzen/dem etwas entgegenstellen.</p>



<p><br><strong>Hinweis zur Nutzung: </strong>Die Materialien der Methode wurden 2021 entwickelt. Manche Daten und Fakten sind daher möglicherweise nicht mehr aktuell und müssten für die Nutzung aktualisiert werden.</p>



<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden (TN)…</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>lernen verschiedene Beispiele für Gegenbewegungen und Initiativen kennen, die Alternativen im und zum digitalisierten Kapitalismus entwickeln, fordern und umsetzten.</li>



<li>erkennen Handlungsmöglichkeiten und Ansätze, um digitalisierte Wirtschaft demokratischer zu gestalten.</li>



<li>werden durch die Beispiele zu eigenem Handeln inspiriert.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p><strong>Vorbereitung</strong><br>Wenn möglich, sollten die Anleitenden sich im Vorfeld über die angegebenen Links auf den Bausteinkarten grob über die beschriebenen Initiativen / Alternativen informieren, um ggf. auf Rückfragen reagieren zu können.<br>Alle Karten werden ausgedruckt. Für mehrfache Verwendung können die Karten laminiert werden. Die Anleitenden hängen die Karten auf eine Wäscheleine, an die Tafel oder legen sie auf einem Tisch oder auf dem Boden aus, sodass sie für alle Teilnehmenden gut sichtbar<br>und zugänglich sind.</p>



<p><strong>Durchführung</strong><br>1. (10 Minuten) Auswahl einer Karte<br>Im ersten Schritt werden die Teilnehmenden eingeladen, sich die verschiedenen Beispielkarten in Ruhe anzuschauen und eine auszuwählen, die sie anspricht. Es geht dabei noch nicht darum, die Karten ganz zu lesen, sondern eher darum, ein spannendes Thema zu finden.<br>Wenn mehrere Teilnehmende die gleiche Karte auswählen möchten (vor allem auch bei größeren Gruppen relevant), dann können sie sich die Karte entweder mit ihrem Smartphone abfotografieren oder sie gehen zusammen in eine Kleingruppe.</p>



<p>2. (20 Minuten) Vorstellen und Diskutieren der Initiativen und Alternativen in Kleingruppen<br>In Gruppen von drei bis vier Personen stellen die Teilnehmenden sich gegenseitig ihre Karten vor. Sie tauschen sich darüber aus, warum sie ihre Karte ausgewählt haben und diskutieren das Potenzial der Initiativen oder des Projektes.<br>Folgende Leitfragen können dafür mit in die Kleingruppen gegeben werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was machen die Menschen in der Initiative / in dem Projekt, das vorgestellt wird</li>



<li>Worum geht es ihnen dabei, was ist ihr Anliegen?</li>



<li>Wie können Menschen dabei mitmachen?</li>
</ul>



<p>3. (20 Minuten) Auswertung<br>Anschließend kommen alle Teilnehmenden wieder im Plenum zusammen und berichten von ihren Eindrücken.<br>Folgende Fragen können bei der Besprechung und Einordnung der Bausteinkarten helfen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Habt ihr noch Verständnisfragen?</li>



<li>Was fandet ihr besonders interessant?</li>



<li>Wo wart ihr ggf. anderer Meinung als die vorgestellten Initiativen oder Alternativen?</li>



<li>Welche Rolle spielen solche Initiativen, Gegenbewegungen oder Alternativen dabei, wie Wirtschaft und Digitalisierung gestaltet werden? Wofür sind sie wichtig? Was sind Herausforderungen?</li>



<li>Kennt ihr ähnliche Projekte oder Initiativen in eurer Nähe oder habt sogar schon einmal dabei mitgemacht? Falls nicht, wie könnt ihr das herausfinden?</li>



<li>Was fändet ihr spannend selbst auszuprobieren oder zu unterstützen?</li>



<li>Was hält euch aktuell davon ab, solche Alternativen zu nutzen oder euch aktiv einzubringen? Was würde das einfacher machen?</li>
</ul>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>Die Methode kann auch nur zu Möglichkeiten des kollektiven Engagements durchgeführt werden (»aktiv werden«-Karten) oder nur zu datensicheren und nicht- kommerziellen Tools im Sinne einer »digitalen Notwehr« (alle anderen Karten: »Kommunizieren, »Navigieren«, »Zugriff verhindern«, »Sich informieren«). Wenn die Anleitenden sich das zutrauen, können auch direkt mit den Teilnehmenden diese Tools ausprobiert oder installiert werden. Um die auf den Karten vorgestellten Initiativen besser kennen zu lernen, könnten einzelne davon auch direkt kontaktiert werden für ein (Online-)Gespräch oder für einen Besuch vor Ort. Das kann die Hürde senken, sich einzubringen, und macht solche Gegenbewegungen und Alternativen greifbarer.</p>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Im Material gibt es Karten zu kollektiven Handlungsmöglichkeiten in Initiativen und Projekten (»aktiv werden«) und es gibt Karten zu konkreten datensicheren Anwendungen jenseits kommerzieller Angebote. Letztere können die Teilnehmenden selbst nutzen, wenn sie große Tech-Konzerne nicht weiter mit ihren Daten füttern wollen. Je nach Gruppengröße und Vorkenntnissen kann es sinnvoll sein, eine gewissen Anzahl von Karten auszuwählen. Mit dieser Methode und den Bausteinkarten soll auch das Engagement in Initiativen und Projekten als Möglichkeit der gemeinsamen politischen Einflussnahme aufgezeigt werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Abschlussdiskussion sich nicht allein auf individuelle technische Handlungsmöglichkeiten konzentriert. Ist dies der Fall, können auch Karten zum »aktiv Werden« in die Diskussion gebracht werden.</p>



<p>Die Methode wurde entwickelt in Kooperation mit attac und der Rosa-Luxemburg&#8211;Stiftung</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img decoding="async" width="500" height="353" src="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/Rosa-Luxemburg-Stiftung_Logo.svg_-3.png" alt="" class="wp-image-6715" style="width:211px;height:auto" srcset="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/Rosa-Luxemburg-Stiftung_Logo.svg_-3.png 500w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/Rosa-Luxemburg-Stiftung_Logo.svg_-3-300x212.png 300w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="595" height="210" src="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/logo-50-100-3.jpg" alt="" class="wp-image-6718" style="width:216px;height:auto" srcset="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/logo-50-100-3.jpg 595w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/logo-50-100-3-300x106.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px" /></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Endlich im Netz?</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/endlich-im-netz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannes Welk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 14:14:19 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.endlich-wachstum.de/?post_type=method&#038;p=2207</guid>

					<description><![CDATA[Die Teilnehmenden diskutieren die Aussage »Jede*r hat das Recht auf freies Internet« und beschäftigen sich dann in Gruppen mit Zitaten zur Facebook-App »Free Basics«.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Kurzbeschreibung</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden diskutieren die Aussage »Jede*r hat das Recht auf freies Internet« und beschäftigen sich dann in Gruppen mit Zitaten zur Facebook-App »Free Basics«.</p>



<p><br><strong>Hinweis zur Nutzung: </strong>Die Materialien der Methode wurden 2021 entwickelt und decken daher nicht das aktuelle Debattenspektrum zum Thema ab. Für die Nutzung müssten ggf. aktuelle Daten oder Beiträge recherchiert werden.</p>



<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden …</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>erkennen und reflektieren anhand eines konkreten Beispiels den Zusammenhang zwischen dem Einsatz digitaler Technik und globalen Machtverhältnissen.</li>



<li>lernen zentrale Argumente in der Debatte um »digitalen Kolonialismus« kennen und wenden diese auf Angebote kostenfreien Internetzugangs an.</li>



<li>reflektieren die Rolle großer Tech-Konzerne und Profitorientierung in diesem Kontext.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p><strong>Vorbereitung</strong><br>Die Zitate werden ausgewählt und in entsprechender Anzahl ausgedruckt (in Kleingruppen à vier Personen erhalten immer drei Personen ein Zitat aus der Auswahl an Zitaten »kritisch gegenüber Free Basics« und eine Person ein Zitat von Facebook selbst). Flipchart und Stifte werden bereit gelegt.<br>Für die Anleitenden empfehlen wir, als Hintergrund das Infoblatt zu lesen und bereit zu halten.</p>



<p><strong>Durchführung</strong></p>



<p><strong>1. (20 Minuten) Positionierung: »Jede*r hat das Recht auf freies Internet«</strong></p>



<p>Wie in der Methode »<a href="https://endlich-wachstum.de/method/jeder-hat-das-recht-auf-ein-smartphone/" data-type="method" data-id="2141">Jede*r hat das Recht auf ein Smartphone?</a>« werden die Teilnehmenden im ersten Schritt eingeladen, sich zu der Aussage auf einer Skala im Raum zu positionieren. Ein Pol ist beschrieben mit der Aussage: »Ich stimme vollkommen zu«, der andere Pol mit: »Ich stimme gar nicht zu«. Die Teilnehmenden stellen sich auf dieser Skala auf und werden eingeladen, etwas dazu zu sagen, weshalb sie sich wo positioniert haben. Es geht dabei nicht um Richtig oder Falsch, sondern darum, sich den Dimensionen und Fragen anzunähern, die eigentlich in dieser Aussage stecken.</p>



<p>Unterstützende Fragen durch die Anleitenden können dabei sein:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was sind für euch Gründe dafür, ein Recht auf freien Internetzugang für Alle zu fordern? Was steht dem aktuell entgegen?</li>



<li>Was wäre anders, hätten alle Menschen auf der Welt einen freien Zugang zum Internet?</li>



<li>Was bedeutet eigentlich »freier« Internetzugang für euch? (Kostenfrei? Alles zugänglich?)</li>



<li>Kann es überhaupt ein einforderbares Recht auf freie Internetnutzung geben?</li>



<li>Wie würde ein solches Recht umgesetzt? Wer wäre dafür zuständig oder könnte das garantieren?</li>
</ul>



<p><strong>2. (20 Minuten) Zitatearbeit zum konkreten Beispiel von Facebooks »Free Basics«-App</strong></p>



<p>Die Anleitenden leiten über, dass heute ein Zugang zum Internet oft Grundvoraussetzung dafür ist, überhaupt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und ganz entscheidend z. B. für das Recht auf freie Meinungsäußerung oder freien Informationszugang. Gleichzeitig waren im Jahr 2020 etwa 40% der Gesamtbevölkerung nicht an das Internet angeschlossen, das betrifft vor allem den afrikanischen Kontinent und Südostasien. Geschlechter sind davon auch unterschiedlich betroffen: Frauen* und weiblich gelesene Personen haben öfter keinen Zugang zum Internet. Große Tech-Konzerne machen in dieser Situation und in diesen Regionen Angebote für kostenfreies Internet. »Zero rating« wird das genannt, was soviel heißt wie »keine Kosten«. Facebook bietet seit 2015 die kostenlose App »Free Basics« an, die einen kostenlosen Zugang zum Internet ermöglicht – allerdings nur zu einigen von Facebook ausgewählten Anwendungen und Websites. Heute wird die App in über 60 Ländern genutzt vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika. Facebook ist heute eine der wichtigsten Plattformen für soziale Medien weltweit mit über 2,9 Milliarden aktiven Nutzer * innen im Monat. Diese Angebote sind umstritten. Es gibt Perspektiven, die solche Angebote sinnvoll finden, um Internetzugang überhaupt zu ermöglichen, andere halten sie für nicht legitim, weil damit globale Machtverhältnisse wiederholt und verstärkt werden (vgl. Infoblatt).</p>



<p>Die Teilnehmenden bilden nach der Einleitung Kleingruppen à vier Personen. Die Gruppen erhalten verdeckt vier der Zitate aus dem Material (je das »Pro«-Zitat und drei der »Kritik«-Zitate). Jede*r zieht sich eines der vier Zitate, liest es sich durch und macht sich zu folgenden Fragen Gedanken:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wer spricht da? Was wird in dem Zitat gesagt?</li>



<li>Wie stehen die Sprecher * innen zu Free Basics als kostenfreiem, aber eingeschränktem Angebot für Internetzugang?<br>Dann lesen die Teilnehmenden nacheinander ihre Zitate laut vor – erst das Zitat von Facebook-Seite, dann die kritischen Zitate – und erklären es kurz anhand der zwei oben genannten Fragen.<br>Wenn alle Zitate gehört wurden, legen die Teilnehmenden die Zitate für alle sichtbar in die Mitte, so dass ggf. nochmals nachgelesen werden kann.</li>
</ul>



<p>In den Kleingruppen können sich die Teilnehmenden jetzt noch zu folgenden Fragen austauschen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was sagen die Sprecher * innen dazu, mit welchen Zielen solche Angebote für kostenfreies, aber eingeschränktes Internet gemacht werden?</li>



<li>Wie unterscheiden sich die Perspektiven ­Facebooks und der Kritiker*innen? Was sind wichtige Kritikpunkte?</li>
</ul>



<p><strong>3.<em> </em>(20 Minuten) Zusammentragen und Reflexion in der Großgruppe</strong></p>



<p>Im Plenum können jetzt die wichtigsten Argumente von beiden Seiten zusammengetragen und optional auf zwei Flipcharts (1. Flipchart: »Was sagt Facebook?«, 2. Flipchart: »Was sagen Kritiker*innen?«) visualisiert werden. Ggf. können die Anleitenden hier anhand des Infoblatts noch Argumente klären oder ergänzen.<br>Diese Gegenüberstellung wird dann über ein Gespräch im Plenum reflektiert und die Verbindung zu globalen Machtverhältnissen hergestellt.</p>



<p>Dafür können folgende Leitfragen in der Gruppe besprochen werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Gedanken oder Gefühle kommen bei euch auf, wenn ihr die Zitate hört und diese Gegenüberstellung seht?</li>



<li>Unter dem Schlagwort »digitaler Kolonialismus« wird aktuell darüber diskutiert, wie sich durch den Einsatz und die globale Verbreitung digitaler Technik Strukturen und Verhältnisse widerspiegeln und verfestigen, die seit über 500 Jahren durch den Kolonialismus aufgebaut wurden. Dabei spielen unter anderem diese Aspekte eine Rolle:
<ul class="wp-block-list">
<li>Es gibt dominante, bestimmende Akteure aus dem Globalen Norden.</li>



<li>Sie bestimmen die Regeln.</li>



<li>Sie halten das Eigentum an digitaler Infrastruktur (Server, Kabel, Software etc.) und kontrollieren das Wissen, die Inhalte und die Rechenmittel.</li>



<li>Zu ihnen fließt der allergrößte Teil des wirtschaftlichen Gewinns.</li>



<li>Dieses Verhältnis wird für »normal« oder gerechtfertigt gehalten und Widerstände oder Alternativen sind kaum möglich.</li>
</ul>
</li>



<li>Wo findet ihr diese Aspekte in den Zitaten wieder?</li>



<li>Welche Rolle spielt darin die Orientierung westlicher Tech-Konzerne an Gewinnmaximier­ung bzw. ein Wirtschaftssystem, in dem Unter­nehmen dazu angeregt sind?</li>



<li>Habt ihr Ideen, wie es auch anders möglich wäre? Was wäre dafür nötig?</li>
</ul>



<p>Bei Bedarf können Aspekte aus dem Gespräch am Ende noch zusammengefasst und / oder schriftlich festgehalten werden.</p>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Die Begriffe Globaler Norden und Globaler Süden sollten vorab eingeführt werden. Für eine ausführlichere Erklärung siehe Literatur (Glokal e. V.). Für eine kurze Erklärung: Globaler Norden bezeichnet Regionen und Gruppen, die früher wie heute gesellschaftlich, politisch und ökonomisch von Kolonialismus und Ausbeutung profitieren (z. B. Europa, Nordamerika) und Globaler Süden solche, die früher wie heute davon benachteiligt werden (z. B. große Teile Afrikas, Teile Asiens) Wir empfehlen, sich vorab mit der Gruppe zumindest grundlegend damit zu beschäftigen, was Kolonialismus ist und bedeutet. Wir verwenden hier den Begriff »digitaler Kolonialismus«, da er vor allem von Menschen / Aktivist*innen aus dem Globalen Süden so benutzt und geprägt wird. Post-koloniale Verhältnisse drücken sich heute anders aus als zu Zeiten formeller kolonialer Herrschaft, bestehen aber fort. Kolonialismus ist grundsätzlich ein Wissens-, Herrschafts- und Gewaltverhältnis. In dem Beispiel hier tritt der Gewalt-Aspekt weniger in den Vordergrund. Wenn wir weiter mit einbeziehen, wer für wen z. B. die Rohstoffe für digitale Geräte abbaut, kommt dieser durchaus stärker zum Tragen. Dass mit immer mehr Internetnutzung auch die ökologischen Auswirkungen (durch Produktion, Nutzung und Entsorgung von Geräten und digitalen Dienstleistungen) steigen, ist die andere Seite der Medaille der Forderung nach Internetzugang für alle. Gleichzeitig sind globale Verhältnisse so gelagert, dass im Globalen Norden wesentlich mehr zu Klima- und Umweltschäden beigetragen wurde und wird und die ökologischen Kosten privater Internetnutzung wesentlich geringer sind als beispielsweise die Kosten von digitalisierter Produktion, von Smart Cities etc. im großen Stil. Die bestehenden ökologischen Herausforderungen im Kontext von Digitalisierung dürfen nicht auf Kosten einer selbstbestimmten Gestaltung von Digitalisierung im Globalen Süden verhandelt werden. Die Methode arbeitet am konkreten Beispiel der App »Free Basics« von Facebook. Andere große Firmen haben ähnliche Angebote.</p>



<p><strong>Möglichkeiten zur Weiterarbeit</strong></p>



<p>Mit der Methode »Eine andere Welt im Bau – Porträts von Gegenbewegungen und Alternativen im digitalisierten Kapitalismus«, können im Anschluss Initiativen kennen gelernt werden, die sich weltweit gegen Machtkonzentration im digitalisierten Kapitalismus einsetzen. Die Methode »Die Zukunft digitaler Technik« greift Zukunftsvorstellungen für eine global gerechte und sozial-ökologische Gestaltung von Digitalisierung auf.</p>



<p><strong>LITERATUR</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kwet, M. (2021): Digitaler Kolonialismus. Ohne Gegenbewegung wird die Dominanz von Big Tech zur Gefahr für den Globalen Süden. In: analyse und kritik 672, 15. Juni 2021. Zu finden auf akweb.de</li>



<li>Lange, S. / Santarius, T. (2018): Smarte Grüne Welt? Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit. München.</li>



<li>Glokal e.V. (2013): Kolonialismus gestern und heute.In: (dies.) (Hrsg.): Mit Kolonialen Grüßen … Berichte und Erzählungen von Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet. Berlin, S. 8. Zu finden auf glokal.org</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Digitalisierung verändert Arbeit — so oder so</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/digitalisierung-veraendert-arbeit-so-oder-so/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannes Welk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 14:10:52 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.endlich-wachstum.de/?post_type=method&#038;p=2200</guid>

					<description><![CDATA[Die Auswirkungen von Digitalisierung auf die Gestaltung von Arbeit werden betrachtet und diskutiert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Auswirkungen von Digitalisierung auf die Arbeitswelt gestalten sich höchst unterschiedlich. Ob Digitalisierung vornehmlich positive oder negative Effekte auf die Arbeitsanforderungen und -bedingungen hat, lässt sich nicht einfach beantworten. In dieser Methode lassen sich anhand vier verschiedener Arbeits- und Lebenssituationen die Auswirkungen von Digitalisierung auf die Gestaltung von Arbeit differenziert betrachten und diskutieren. In der Reflexion überlegen die Teilnehmenden gemeinsam, worauf es ankommt, um die positiven Auswirkungen der Digitalisierung zu stärken und die negativen Auswirkungen einzudämmen.</p>



<p><strong>Lernziele</strong><br>Die Teilnehmenden …<br>&#8211; lernen Arbeitsverhältnisse kennen, die durch einen digitalisierten Kapitalismus überhaupt erst entstehen konnten oder sich dadurch verändert haben.<br>&#8211; entwickeln einen mehrdimensionalen Blick auf die Vor- und Nachteile, die eine Digitalisierung der Arbeitsverhältnisse mit sich bringt.<br>&#8211; verstehen die Einführung und Nutzung digitaler Technik in Arbeitsverhältnissen als dynamischen Prozess, der unterschiedlich gestaltbar ist und von Machtverhältnissen abhängt.</p>



<p><strong>Vorbereitung</strong><br>Für die Einführung werden 3 bis 6 Plakate mit Aussagen (siehe unten) beschrieben und einer Skala mit den Polen »stimme voll und ganz zu» und »stimme gar nicht zu«. Die Plakate werden im Raum verteilt und Stifte werden bereit gelegt.<br>Die Rollen- und Aspektekarten sowie die Fragen an den Text werden ausgedruckt und bereit gelegt. Je Kleingruppe (max. 4 Personen) wird ein größeres Plakat mit einer Skala und den Polen »positiv« und »negativ« beschrieben.</p>



<p><strong>Durchführung</strong><br><em>1. Einführung: HomeSchooling – eigene Erfahrungen der </em><em>Auswirkungen von Digitalisierung aktivieren</em> (15 Min)<br>Die Plakate mit den unten stehenden Aussagen zu Erfahrungen von HomeSchooling werden im Raum verteilt und die Teilnehmenden positionieren sich (anonym) zu den jeweiligen Aussagen, indem sie Kreuze auf der darunter stehenden Skala (»stimme voll und ganz zu« bis »stimme gar nicht zu«) hinterlassen. Dabei ist wichtig, dass es kein Richtig oder Falsch gibt und es in erster Linie um die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden geht.</p>



<p><em>»Es ist mir leicht gefallen, Schulzeit und Freizeit zu </em><em>trennen.«</em><br><em>»Die flexiblere Gestaltung meines Tages war positiv </em><em>für mich.«</em><br><em>»Ich bin mit den technischen Voraussetzungen für digi</em><em>tales Lernen gut klar gekommen.«</em><br><em>»Ich konnte zuhause besser / konzentrierter / effektiver </em><em>lernen als in der Schule.«</em><br><em>»Durch HomeSchooling habe ich mich weniger kon</em><em>trolliert gefühlt.« »HomeSchooling hat mir generell gut gefallen.«</em></p>



<p>Sobald alle ihre Kreuze gesetzt haben, können exemplarisch Aussagen und die jeweilige Zustimmung bzw. Ablehnung gemeinsam angeschaut werden und die Teilnehmenden können ihre Position erläutern (wenn sie wollen). Je nach Gruppengröße können einzelne oder alle Teilnehmenden zu Wort kommen. Es sollte darauf geachtet werden, dass möglichst unterschiedliche Positionen angesprochen werden und das ganze Spektrum abgebildet wird. Da es sich um sehr persönliche Erfahrungen handelt, ist es wichtig, den Teilnehmenden zu versichern, dass sie eigene Erfahrungen teilen können, aber nicht müssen.<em><br></em></p>



<p>Am Ende der Einführung sollte klar werden, dass jede Person die Veränderungen, die die digitale Durchführung des Schulalltags mit sich bringt, anders wahrnimmt. Je nach Wohnverhältnissen, technischen Voraussetzungen und individuellen Präferenzen werden die Anforderungen, die die Nutzung digitaler Technik an Schüler * innen stellt, unterschiedlich bewältigt und bewertet. Gleichzeitig ist es interessant zu sehen, wo viele ähnliche Erfahrungen machen.</p>



<p><em>2. In Kleingruppen in eine andere Rolle versetzen</em> (35 Min)<br>Die Teilnehmenden werden in 4 Kleingruppen aufgeteilt, jede Kleingruppe erhält eine Rollenkarte. Die Teilnehmenden lesen den Text aufmerksam und überlegen gemeinsam, inwiefern verschiedene Aspekte von Digitalisierung auf die beschriebene Person wirken. Die folgenden Fragen können dabei helfen:<br>&#8211; Wo begegnet der Person digitale Technik in ihrer Arbeit? Was bedeutet Digitalisierung für ihre Abreitsgestaltung?<br>&#8211; Welche Gründe werden für die Einführung und Nutzung digitaler Technik genannt? Welche könnt ihr euch noch vorstellen?<br>&#8211; Welchen Nutzen zieht die Person daraus? Welchen Nutzen könnt ihr euch noch vorstellen – für wen?<br>&#8211; Wie geht es der Person mit den verschiedenen Aspekten von Digitalisierung?</p>



<p>Nach etwa 15 – 20 Minuten werden die auseinander geschnittenen Aspektkarten samt Fragen und ein Plakat mit einer Skala mit den Polen »positiv« und »negativ« ausgeteilt. Die Teilnehmenden schauen sich die verschiedenen Aspekte an und diskutieren gemeinsam, inwiefern diese für ihre Rollenkarte relevant sind.</p>



<p>&#8211; Ist dieser Aspekt relevant für die Person auf eurer Rollenkarte? Wenn nicht, könnt ihr ihn weglegen.<br>&#8211; Welche Vorteile und welche Nachteile hat dieser Aspekt für die Person?<br>&#8211; Inwiefern kann die Person diesen Aspekt selbst gestalten oder beeinflussen?<br>&#8211; Kann die Person sich entscheiden, in welchem Umfang sie sich diesem Aspekt aussetzt?</p>



<p>Die relevanten Aspektkarten werden von den Teilnehmenden auf einer Skala mit den Polen »positiv« und »negativ« angeordnet. Diese Verortung ist nicht immer eindeutig möglich und soll die Ambivalenz verschiedener Aspekte digitalen Arbeitens in die Diskussion einbringen. Hier ist es wichtig, den Teilnehmenden zu versichern, dass es keine »richtige« Lösung dieser Aufgabe gibt und es vor allem darum geht, ins Gespräch zu kommen und sich über verschiedene Aspekte miteinander auszutauschen.</p>



<p><em>3. Im Plenum Perspektiven zusammentragen und vergleichen </em>(25 — 45 Min)<br>Die Kleingruppen stellen in der Großgruppe kurz ihre Rollenkarte und die dazu gehörige Skala vor und erläutern, wie die verschiedenen Aspekte auf die Person wirken. Die Anleitenden können im Anschluss Reflexionsfragen stellen:<br>&#8211; Gestalten sich die Aspekte für die verschiedenen Personen ähnlich?<br>&#8211; Wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo gibt es Unterschiede?</p>



<p>Durch die folgenden Fragen kann die Diskussion von der individuellen Perspektive der Arbeiter*innen um eine gesamtgesellschaftliche Dimension ergänzt werden. Die Fragen beziehen sich auf die Zielsetzung bei der Nutzung digitaler Technik, die Perspektive von Arbeitgeber*innen und Unternehmen und auf die Möglichkeiten und Grenzen einer anderen Gestaltung im Interesse der Arbeitenden.</p>



<p>&#8211; Welche Gründe gibt es für die Einführung digitaler Technik in Arbeitsverhältnisse?<br>&#8211; Welchen Nutzen haben die digitalen Erweiterungen? Welchen Nutzen könnten sie haben?<br>&#8211; Wer entscheidet über die Einführung und Nutzung digitaler Technik am Arbeitsplatz?<br>&#8211; Wie würden die Aspekte auf der Skala verortet, wenn ihr die andere Seite – also Arbeitgeber * innen oder Unternehmen – einnehmen würdet?<br>&#8211; Welche Vorteile und Nachteile haben die Aspekte für Arbeitgeber * innen oder Unternehmen?<br>&#8211; Wo stehen sich die Interessen der Arbeitgeber * innen und Arbeitnehmer * innen hier entgegen? Wo sind sie vereinbar?<br>&#8211; Was braucht es, damit Digitalisierung stärker auch im Interesse der Arbeitnehmer * innen eingesetzt werden kann?<br>&#8211; Was steht dem aktuell im Weg? Und was wären Schritte in diese Richtung?</p>



<p>Die Methode wurde entwickelt in Kooperation mit attac und der Rosa-Luxemburg&#8211;Stiftung</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="353" src="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/Rosa-Luxemburg-Stiftung_Logo.svg_-2.png" alt="" class="wp-image-6704" style="width:179px;height:auto" srcset="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/Rosa-Luxemburg-Stiftung_Logo.svg_-2.png 500w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/Rosa-Luxemburg-Stiftung_Logo.svg_-2-300x212.png 300w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="595" height="210" src="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/logo-50-100-2.jpg" alt="" class="wp-image-6707" style="width:181px;height:auto" srcset="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/logo-50-100-2.jpg 595w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/12/logo-50-100-2-300x106.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px" /></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wem gehören die Daten?</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/wem-gehoeren-die-daten-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannes Welk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 14:05:53 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.endlich-wachstum.de/?post_type=method&#038;p=2197</guid>

					<description><![CDATA[Teilnehmende werden spielerisch dazu angeregt, sich mit Fragen zu den Themen von Daten, Datenverarbeitung und Datenschutz auseinanderzusetzen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Kurzbeschreibung</strong></p>



<p>In dieser Methode werden die Teilnehmenden spielerisch dazu angeregt, sich mit verschiedenen Fragen zu den Themen von Daten, Datenverarbeitung und Datenschutz auseinanderzusetzen.</p>



<p><strong>Lernziele</strong><br>Die Teilnehmenden …</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>lernen unterschiedliche Arten der Datenerhebung und -verarbeitung kennen.</li>



<li>beginnen ihr eigenes Verhalten im digitalen Alltag sowie die gängige Praxis von Unternehmen oder dem Staat im Umgang mit Daten zu verorten und zu hinterfragen.</li>



<li>erhalten einen ersten Zugang zu Fragen digitaler Selbstbestimmung.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p>1. Grundlage schaffen (15 Minuten)</p>



<p>Zunächst werden die Teilnehmenden mithilfe eines Inputs der anleitenden Person in die Möglichkeiten der Unterscheidungen verschiedener Formen von Daten und Datenverarbeitung eingeführt. Mithilfe des Inputs sollen vor allem zwei Ziele erreicht werden: Die Teilnehmenden sollen erstens eine Vorstellung entwickeln, welche Arten von Daten es gibt, wie sie erhoben werden und welche Formen der Datenverarbeitung es gibt. Zweitens soll der Blick der Teilnehmenden auf Datenerhebung und -verarbeitung vor der Stillarbeitsphase mithilfe der Einführung geweitet werden, damit unterschiedliche Bilder zustande kommen.</p>



<p>2. Kreativ werden (15 Minuten)</p>



<p>Anschließend werden sie aufgefordert, zu den folgenden zwei Aspekten ein Bild zu malen / zu zeichnen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eine Situation, in der du eine Form der Datenerhebung und -verarbeitung wahrgenommen / erlebt hast, die dir sinnvoll und angemessen erschien.</li>



<li>Eine Situation, in der du eine Form der Datenerhebung und -verarbeitung wahrgenommen / erlebt hast, die dir unangemessen oder besorgniserregend erschien.</li>
</ul>



<p>3. Austausch in Kleingruppen (15 Minuten)<br>Wenn alle ihre Situationen gemalt haben, kommen die Teilnehmenden in Kleingruppen von zwei oder drei Personen zusammen. Leitfragen für den Austausch können hier sein:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Aspekte aus dem Input am Anfang tauchen in euren Beispielen auf?</li>



<li>Welche Akteure erheben in eurem Beispiel welche Art von Daten? Und mit welcher Motivation tun sie das?</li>



<li>Wisst ihr, was mit den Daten passiert / wofür sie verwendet werden? Wenn ja, was?</li>



<li>Was hat euch bei der Betrachtung der Situationen und Beispiele überrascht?</li>
</ul>



<p>4. Auswertung (20 Minuten)<br>Reflexion im Plenum<br>In der Großgruppe wird über folgende Aspekte gesprochen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie schwer oder leicht ist es euch gefallen, Situationen zu finden, die zu den beiden Fragen passen?</li>



<li>Was waren Themen in euren Kleingruppen und was ist euch aufgefallen?</li>



<li>Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sind euch aufgefallen?</li>



<li>Wann kann ich über die Preisgabe meiner Daten entscheiden und wann nicht?</li>



<li>Was nehmt ihr mit?</li>



<li>Welche Fragen sind für euch noch offen, denen ihr weiter nachgehen möchtet?</li>
</ul>



<p>5. Abschluss oder Überleitung (15 Minuten)<br>Blitzlicht zu beispielsweise folgenden Fragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was machst du im Alltag, um deine Daten zu schützen?</li>



<li>Was findest du einfach und was findest du schwieriger?</li>



<li>Wo bist du streng oder wo bist du locker mit Blick auf deine Daten?</li>



<li>Hast du Tipps für die anderen?</li>
</ul>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>In der ersten Phase ist es wichtig, die Gruppe zu ermutigen, aus der eigenen Perspektive Beispiele zu finden und nicht vorweg eine zu starke moralische oder politische Bewertung verschiedener Formen der Datenerhebung und -verarbeitung zu formulieren. Diese Debatte kann eher am Ende angeregt werden.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Zukunft digitaler Technik</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/die-zukunft-digitaler-technik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannes Welk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jun 2021 20:41:57 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.endlich-wachstum.de/?post_type=method&#038;p=2167</guid>

					<description><![CDATA[Im Video reden Vordenker*innen von Visionen und Strategien über die Zukunft von digitaler Technik.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Kurzbeschreibung</strong></p>



<p>Ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IcyroV9NBQw">Video über die Zukunft von digitaler Technik</a> wird geschaut in dem Vordenker*innen von Visionen und Strategien reden. Das Videogucken wird im Plenum vor- und nachbereitet.</p>



<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden …</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>erweitern ihren Blick darauf, wer daran beteiligt ist, gesellschaftlich auszuhandeln, wie digitale Technik gestaltet und genutzt wird.</li>



<li>lernen konkrete Vorstellungen einer nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Gestaltung digitaler Technik kennen und reflektieren diese. Sie machen Erfahrung im »utopischen Denken«.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p><strong>Vorbereitung</strong></p>



<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=IcyroV9NBQw">Das Video zum Abspielen bereithalten.</a></p>



<p>Moderationskarten und Stifte bereitlegen. Ggf. Zusammenfassung des Videos ausdrucken, mind. ein Mal pro Kleingruppe.</p>



<p><strong>Durchführung</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden werden eingeladen, sich mit auf eine Reise in die Zukunft zu begeben, in der digitale Technik ökologisch nachhaltig und zum Wohle aller eingesetzt wird. Probleme und Herausforderungen bezüglich Ressourcenverbrauch, Arbeitsbedingungen, sozialer Ungleichheit, Diskriminierung und Überwachung wurden »gelöst«. Welche Rolle könnte digitale Technik dann im Lohnarbeits- und Privatleben von Menschen spielen?</p>



<p>1. Brainstorming – Wer gestaltet die Zukunft? (10 Minuten) </p>



<p>Im ersten Schritt sammeln die Teilnehmenden in einem Brainstorming alle möglichen Akteure, die a) daran beteiligt sind und b) daran beteiligt sein sollten, unsere zukünftige Anwendung und Nutzung digitaler Technik mitzugestalten und mitzubestimmen (z. B. Politiker*<em>i</em>nnen, Zivilgesellschaft / soziale Bewegungen, Unternehmen, Programmierer*innen, Schulen / Bildungsakteure, Gerichte, Bürger*innenräte, Wissenschaftler*innen, Kinder und Jugendliche, Kirchen …). Die Anleitenden schreiben die genannten Akteure zu der Frage »Wer gestaltet und bestimmt die Zukunft digitaler Technik?« für alle sichtbar auf ein Flipchart. Dabei ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es nicht nur um die rein technische Umsetzung von Veränderungen geht, sondern auch darum, welche Umgangsweisen und Regelungen Menschen in der Gesellschaft für den Umgang mit digitaler Technik vereinbaren.</p>



<p>2. <strong> Video und Austausch zu Visionen einer sozial-ökologischen »Digitalisierung«</strong> <strong>(45 Minuten)</strong></p>



<p>Mit dem Video »Zukunft für alle – Die Zukunft von (digitaler) Technik« (ca. 6 min lang, entstanden im Rahmen einer Zukunftswerkstatt zu Digitalisierung des Konzeptwerk Neue Ökonomie e. V.) wird von verschiedensten Handlungsmöglichkeiten erzählt, wie diverse Akteure dazu beitragen können, eine nachhaltige, demokratische und gemeinwohlorientierte Digitalisierung zu gestalten – die Sprecher * innen entwerfen eine positive Vision von »Digitalisierung« zum Wohle aller.</p>



<p>a) Das Video wird mit allen Teilnehmenden im Plenum angeschaut (als Ganzes oder unterteilt in die drei deutlichen Abschnitte des Videos, um dazwischen Verständnisfragen stellen zu können oder kurz Gehörtes aufzuschreiben). Im Anschluss an das Video sollte kurz Zeit für Verständnisfragen gegeben werden.</p>



<p>b) Dann werden die Teilnehmenden eingeladen, sich in Kleingruppen (  à ca. 3 – 4 Personen; ca. 15 – 20 Min) zu dem Video auszutauschen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was hat euch besonders angesprochen? Welche Gedanken oder Vorschläge fandet ihr besonders wichtig / überzeugend?</li>



<li>Was seht ihr anders? Was möchtet ihr ergänzen?</li>



<li>Welche Akteure aus der Sammlung von vorher findet ihr darin wieder? Kamen noch neue vor – und wenn ja, welche?</li>



<li>Worauf würdet ihr euch 2048 freuen, wenn ihr euch frei ausmalen könnt, wie digitale ­Technik dann eingesetzt und genutzt wird?</li>
</ul>



<p>Bei Bedarf können die Teilnehmenden Stichpunkte zu einzelnen Fragen auf Moderationskarten schreiben und im Anschluss den anderen Gruppen vorstellen (dafür dann extra Zeit einplanen).</p>



<p>c) Zum Abschluss kommen die Teilnehmenden wieder in der Großgruppe zusammen und reflektieren angeleitet ihre Auseinandersetzung mit den Zukunftsvorstellungen. Die Anleitenden können dazu folgende Fragen zum Austausch stellen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie war es für euch, das Video zu den positiven Zukunftsvorstellungen zu schauen? Wie ging es euch damit, diese zu hören / über sie zu sprechen? (Ggf.: Wie kommt es zu so unterschiedlichen Gefühlen dazu?)</li>



<li>Was waren in euren Kleingruppen ­wichtige Themen? Wo wart ihr euch einig, wo unterschiedlicher Meinung?</li>



<li>Worauf würdet ihr euch selbst besonders freuen? Was würdet ihr euch von wem wünschen?</li>



<li>Wo erlebt oder kennt ihr in eurem Umfeld Menschen / Akteure, die schon erste Schritte in eine nachhaltige oder gemeinwohlorientierte Zukunft gehen bzw. sich dafür einsetzen? Welche Rolle spielt dabei (digitale) Technik?</li>



<li>(Wo) seht ihr für euch selbst Anknüpfungspunkte oder Möglichkeiten, digitale Technik nachhaltiger und/oder sicherer zu nutzen oder euch dafür einzusetzen?</li>
</ul>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>Wenn freier Ideen gesponnen werden sollen, wie eine nachhaltige und gemeinwohlorientierte Gestaltung und Nutzung digitaler Technik aussehen könnte, dann können vor dem Video zu folgenden Fragen Ideen gesammelt werden: In eurer Vision einer guten Zukunft für alle in Bezug auf den Umgang mit digitaler Technik:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was gibt es 2048 nicht mehr?</li>



<li>Worauf freust du dich 2048? / Was ist dann anders?</li>



<li>Was sind Schritte dahin?</li>



<li>Tipps und Hinweise für Anleitende</li>
</ul>



<p>Das Video ist recht dicht, bitte vorab selbst einschätzen, wie mit der jeweiligen Zielgruppe damit gearbeitet werden kann (ggf. in kleinen Abschnitten anschauen und zwischendurch Zeit für Verständnisfragen lassen). Die Zusammenfassung des Videos (Infoblatt) kann auch schon vorab ausgeteilt werden.</p>



<p><strong>Möglichkeiten zur Weiterarbeit</strong></p>



<p>Im Anschluss kann mit der Methode »Eine andere Welt im Bau« weitergearbeitet werden, in der konkrete Akteure, Ansätze und Tools vorgestellt werden, um Digitalisierung demokratischer, sozialer und ökologischer zu gestalten – als Schritte auf dem Weg zu einer positiven Zukunftsvision.</p>



<p>Die Methode wurde entwickelt in Kooperation mit attac und der Rosa-Luxemburg&#8211;Stiftung</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="353" src="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/06/Rosa-Luxemburg-Stiftung_Logo.svg_.png" alt="" class="wp-image-6696" style="width:169px;height:auto" srcset="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/06/Rosa-Luxemburg-Stiftung_Logo.svg_.png 500w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/06/Rosa-Luxemburg-Stiftung_Logo.svg_-300x212.png 300w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="595" height="210" src="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/06/logo-50-100.jpg" alt="" class="wp-image-6699" style="width:169px;height:auto" srcset="https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/06/logo-50-100.jpg 595w, https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2021/06/logo-50-100-300x106.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px" /></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jede*r hat das Recht auf ein Smartphone!</title>
		<link>https://endlich-wachstum.de/method/jeder-hat-das-recht-auf-ein-smartphone/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hannes Welk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Apr 2021 09:42:38 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.endlich-wachstum.de/?post_type=method&#038;p=2141</guid>

					<description><![CDATA[Teilnehmende diskutieren und positionieren sich zu der Aussage »Jede*r hat das Recht auf ein Smartphone«.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Teilnehmenden positionieren sich zu der Aussage »Jede*r hat das Recht auf ein Smartphone« und diskutieren über das Spannungsfeld von digitalen Lebensstilen und ökologischen Grenzen bzw. über Verteilungsgerechtigkeit angesichts begrenzter Ressourcen.</p>



<p><strong>Lernziele</strong></p>



<p>Die Teilnehmenden …</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>reflektieren über den Zusammenhang von digitaler Technik und Ressourcenverbrauch.</li>



<li>stellen den Zusammenhang zwischen Digitalisierung und globalen Gerechtigkeitsfragen her und reflektieren in dem Kontext ihre eigenen Bedürfnisse und Gerechtigkeitsvorstellungen.</li>
</ul>



<p><strong>Ablauf</strong></p>



<p><strong>Vorbereitung</strong><br>Im Raum wird ein »Stimmungsbarometer« in Form einer Skala festgelegt (z. B. zwischen zwei gegenüberliegenden Zimmerecken), die groß genug ist, dass alle Teilnehmende darauf Platz finden. Das eine Ende der Skala wird mit einer Karte mit der Aufschrift »Jede*r hat das Recht auf ein Smartphone« markiert, während das andere Ende durch eine Karte mit der These »Keine*r hat das Recht auf ein Smartphone« gekennzeichnet wird.</p>



<p><strong>Durchführung</strong><br>1. (5 Minuten) Kurzer Austausch zu zweit<br>Die Anleitenden stellen die These in den Raum: »Jede*r hat das Recht auf ein Smartphone«. Die Teilnehmenden werden eingeladen, sich zu zweit kurz dazu auszutauschen, was ihnen spontan dazu einfällt.</p>



<p>2. (15 Minuten) Positionierung<br>Anschließend wird die Methode erläutert: Die Teilnehmenden positionieren sich zu der These »Jede*r hat das Recht auf ein Smartphone« durch Aufstellen auf dem Stimmungsbarometer. Dabei ist wichtig, dass es kein Richtig und Falsch gibt und es unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten der These gibt. Sobald alle eine Position gefunden haben, die ihre momentane persönliche Meinung widerspiegelt, erläutern die Teilnehmenden ihre Position und erklären, warum sie diese gewählt haben. Je nach Gruppengröße können einzelne oder auch alle Teilnehmende zu Wort kommen. Es sollte aber in jedem Fall darauf geachtet werden, dass möglichst unterschiedliche Positionen angesprochen werden und das ganze Spektrum abgebildet wird. Bei der Einführung der Methode wird von der*dem Anleitenden erläutert, dass die Teilnehmenden ihre Position ändern können, bspw. wenn Meinungen anderer sie überzeugt haben und sie sich daraufhin gerne anders positionieren möchten.<br>Stellt sich heraus, dass in der Positionierung unkritisch Stereotype und Klischees aufgegriffen werden, sollte dies von den Anleitenden thematisiert und kontextualisiert werden.</p>



<p>3. (20 Minuten) Auswertung<br>In der nun folgenden offenen Diskussionsrunde können anhand von Auswertungsfragen verschiedene Dimensionen aufgeworfen werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die ökologische Dimension fragt nach den natürlichen Grenzen digitaler Lebensstile.</li>



<li>Die rechtliche Dimension nimmt die Frage in den Blick, inwiefern überhaupt von einem globalen Recht auf bestimmte Güter (wie Smartphones, Laptops etc.) gesprochen werden kann bzw. wer dieses wem erteilt.</li>



<li>Die soziale Dimension thematisiert, welche (Grund-) Bedürfnisse im Sinne globaler Gerechtigkeit auf welche Weise befriedigt werden können oder sollten.</li>
</ul>



<p>Auswertungsfragen<br>… zur ökologischen Dimension:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Folgen hätte es, wenn alle Menschen auf der Welt ein Smartphone hätten? Welche Folgen hätte es, wenn alle Menschen auf der Welt nicht nur ein Smartphone, sondern auch noch diverse andere digitale Geräte hätten (die miteinander vernetzt wären und dadurch zusätzliche Energie verbrauchten)?</li>



<li>Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, die Schäden an Umwelt und Klima zu verhindern, zu begrenzen oder auszugleichen, die durch den Abbau von Ressourcen, z. B. für digitale Geräte entstehen?</li>



<li>Hat jede*r das Recht auf ein neues Smartphone jedes Jahr? Falls nicht, wie oft denn?</li>
</ul>



<p>… zur rechtlichen Dimension:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kann es ein einforderbares Recht auf (digitale) Konsumgüter oder Internetnutzung geben?</li>



<li>Wie würde ein solches Recht auf ein Smartphone bzw. auf einen digitalen Lebensstil umgesetzt werden?</li>



<li>Wenn es ein Recht auf ein Smartphone gäbe – gäbe es dann auch das Recht auf ein reparierbares und langfristig nutzbares Smartphone? Und die Verpflichtung für Hersteller * innen solche anzubieten?</li>
</ul>



<p>… zur sozialen Dimension:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Warum ist es aus eurer Sicht wichtig, bestimmte digitale Geräte zu besitzen bzw. benutzen zu können? Welche digitalen Geräte oder Anwendungen wären das?</li>



<li>Welche Auswirkungen hat es, wenn ein Teil der Menschen – so wie aktuell – digitale Technik besitzt und benutzen kann und andere Teile der Bevölkerung (lokal wie global) nicht?</li>



<li>Wer profitiert (am meisten) davon, dass digitale Geräte und Anwendungen genutzt werden? Wem schadet es?</li>



<li>Was müsste sich ändern, damit alle Menschen ein Gutes Leben führen können, ohne auf eine ständige Nutzung (ständig neuer) digitaler Geräte und Angebote angewiesen zu sein?</li>
</ul>



<p><strong>Varianten</strong></p>



<p>Die Anleitenden können parallel zum Stimmungsbarometer die verschiedenen Argumente der Teilnehmenden notieren. Im Anschluss können die wichtigsten Argumente nochmals visualisiert und gemeinsam diskutiert werden. Um stärker auf die vier Dimensionen von Ressourcengerechtigkeit aus dem Hintergrundtext einzugehen, können weitere Positionierungen zu den folgenden Aussagen durchgeführt werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Jede*r hat das Recht auf Internetzugang.</li>



<li>Jede*r hat das Recht auf freien Internetzugang.</li>



<li>Jede*r hat das Recht, Rohstoffe und digitale Geräte auf einem freien Markt zu kaufen und zu verkaufen.</li>



<li>Jede*r hat die Pflicht, den Ausstoß von CO2 zu reduzieren – auch in der Herstellung und Nutzung digitaler Technik</li>
</ul>



<p><strong>Tipps und Hinweise für Anleitende</strong></p>



<p>Es geht in dieser Positionierung nicht um »Richtig« oder »Falsch«, sondern um verschiedene Sichtweisen, die alle ernst genommen werden sollten. Die Teilnehmenden sollen auch nicht dazu gedrängt werden, sich zu ihrer Positionierung zu äußern, sondern können selbst entscheiden, ob und wann sie etwas dazu sagen möchten. Wichtig für die Übung ist aber, dass die verschiedenen Pole auf dem Barometer zu Wort kommen. Zur Vorbereitung auf diese Methoden können passende Fragen aus dem Quiz »a,b oder c –Ein Quiz zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Datenschutz« ausgewählt und gespielt werden. Damit kann mit den Teilnehmenden ein erster Blick auf ökologische und globale Gerechtigkeitsfragen im Kontext von Digitalisierung geworfen werden. Das kann die Positionierung hier erleichtern.</p>



<p><strong>Möglichkeiten zur Weiterarbeit</strong></p>



<p>Mit der Methode »Endlich im Netz?« kann im Anschluss ein kritischer Blick auf Bestrebungen von großen Tech-Konzernen aus dem Globalen Norden geworfen werden, die kostenfreies, aber eingeschränktes Internet im Globalen Süden zur Verfügung stellen. Mit dieser Methode werden globale Machtverhältnisse im Kontext von Digitalisierung reflektiert.</p>
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